16.11.2009 | 00:49

Eignungstests für angehende Lehrlinge in Niederösterreich

Mikl-Leitner: „Win-Win-Situation für alle Beteiligten"

In St. Pölten informierten heute, Montag, 16. November, Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner, Wirtschaftskammer Niederösterreich-Chefin KR Sonja Zwazl und Arbeitsmarktservice Niederösterreich-Geschäftsführer Mag. Karl Fakler über „Neue Wege in der Lehrlingsausbildung". Dabei wurde der neue Eignungs- oder Potenzialtest vorgestellt und eine kurze Bilanz über die seit Mitte dieses Jahres im Einsatz befindlichen „Lehrstellenberater" gezogen.

Bei der heute als Novität präsentierten Initiative handelte es sich um einen Eignungs- oder Potenzialtest, der von Jugendlichen künftig in den Berufsinformationszentren des Wirtschaftsförderungsinstituts (WIFI) absolviert werden kann und dessen Ergebnis den AMS-BetreuerInnen anschließend zeigt, in welchem Bereich eine Lehrstelle aufgrund der individuellen Fähigkeiten für den getesteten Jugendlichen passend ist. Diese Tests, die auf freiwilliger Basis und nur mit Zustimmung der Eltern absolviert werden können, werden vorerst in einer bis etwa Weihnachten dauernden Pilotphase durchgeführt, wobei mit ca. 150 TeilnehmerInnen gerechnet wird.

In diesem neuen arbeitsmarktpolitischen Instrument werden zahlreiche Vorteile gesehen: Etwa soll dadurch - wie Fakler ausführte - gewährleistet sein, dass die Jugendlichen tatsächlich jenen Lehrberuf beginnen, für den sie am meisten geeignet sind. Weiters bekommen sie von Anfang an die volle Lehrlingsentschädigung und können in reguläre Lehrverhältnisse anstatt in Lehrwerkstätten gebracht werden. „Das ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Die Jugendlichen werden durch die Potenzialanalysen präziser vermittelt und können durch das Entdecken der jeweiligen Talente in das duale System einsteigen und mit Freude bei ihrer Arbeit sein", sagte dazu Landesrätin Mikl-Leitner. Wirtschaftskammer-Präsidentin Zwazl betonte in diesem Zusammenhang, dass mit einer derart gezielten Berufsorientierung auch die nach wie vor bestehende Problematik der Konzentration auf nur zehn Lehrberufe verbessert werden solle: „Der neue Ansatz soll helfen, den Jugendlichen ihre Fähigkeiten aufzuzeigen und so die Vielfalt der Lehrberufe besser zu nutzen." Wie alle drei ReferentInnen betonten, soll die neue Initiative allerdings keinen Ersatz für Maßnahmen wie etwa das Lehrlingsauffangnetz oder die Lehrwerkstätten darstellen, sondern diese ergänzen.

Hintergrund für die neue Initiative ist die Tatsache, dass einerseits zahlreiche Jugendliche im Land eine Lehrstelle suchen, andererseits zahlreiche Betriebe bei ihrer Suche nach passenden Lehrlingen nicht fündig werden. Gleichzeitig ist es ein Faktum, dass in der Wirtschaft FacharbeiterInnen dringend gebraucht werden. Was die momentane Arbeitsmarktlage betrifft, so waren in Niederösterreich im Oktober 2009 26,9 Prozent mehr Jugendliche arbeitslos als im Vergleichszeitraum 2008. Im Juli hatte diese Steigerung noch 35 Prozent betragen. „Es ist auch hier zu sehen, dass eine Entspannung eintritt und die Situation nicht aussichtslos ist", betonte dazu Mikl-Leitner.

Hinsichtlich der „Lehrstellenberater" wurde im Rahmen der heutigen Pressekonferenz festgehalten, dass die insgesamt fünf Lehrstellenberater in Niederösterreich zwischen 1. August und 31. Oktober dieses Jahres in Summe 79 ab sofort offen stehende neue Lehrstellen akquirieren konnten. Dazu kommen 38 neue Lehrstellen, die 2010 zu besetzen sein werden. Darüber hinaus wurde in 220 Kontakten mit UnternehmerInnen über die „Start up"-Förderung des Landes beraten. In weiteren Förderberatungen wurden 215 Kontakte absolviert.

Nähere Informationen: Büro LR Mikl-Leitner, Mag. Susanne Schiller, Telefon 02742/9005-12626, e-mail susanne.schiller@noel.gv.at,

 bzw. Wirtschaftskammer NÖ, Telefon 02742/851-17599, e-mail Lehrlingsstelle@wknoe.at, www.wko.at/noe/bildung.

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