30.07.2009 | 09:20

„Musikalischer Weinsommer" in Radlbrunn

Hohlweg und „Kellerkatze" stehen im Mittelpunkt

Volksmusik vom Feinsten wird kommendes Wochenende, Samstag, 1., und Sonntag, 2. August, in Radlbrunn (Bezirk Hollabrunn) beim diesjährigen „Musikalischen Weinsommer" geboten. Dabei spielen in der heimeligen Atmosphäre der örtlichen Winzerhöfe sowie des „Brandlhofs" zahlreiche Gruppen auf und der Weinbauverein Radlbrunn sowie die Volkskultur Niederösterreich laden zu musikalischen und auch zu kulinarischen Schmankerln. Höhepunkt dieses bereits zur Tradition gewordenen zweitägigen Festes ist die Eröffnung eines Hohlwegs durch die Weinberge um Radlbrunn, die von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll vorgenommen wird. Ein weiteres Highlight des Festes stellt die Präsentation der „Weinviertler Kellerkatze" dar.

Im Jahre 1988 wurde von Landeshauptmann Pröll die Aktion „Retten wir die Hohlwege" initiiert. In der Folge wurden Hunderte Hohlwege im Land dokumentiert und ins Bewusstsein der Bevölkerung zurückgeholt. Im Rahmen eines Wettbewerbes wurden seinerzeit über 120 Projekte eingereicht, um diese Naturschätze zu erhalten und einer dauerhaften Nutzung zuzuführen. Heutzutage sind Hohlwege Teil von Wanderwegen und Gemeinden und Vereine sowie auch Privatpersonen kümmern sich um deren Nutzung und Erhaltung; immer mehr Hohlwege werden „reaktiviert". Ein solcher - kürzlich reaktivierter - Hohlweg befindet sich auch in Radlbrunn. Dieser trägt den Namen „Fellingen" und war - als hier vor vielen Jahren ein neues und leistungsfähigeres Güterwegesystem geschaffen wurde - in Vergessenheit geraten. Er diente jahrelang als Lagerplatz für Grünschnitt oder als „Friedhof" für alte Rebstöcke, der natürliche Bewuchs und die Erosion durch Wasser taten ein Übriges. Im März 2007 aber wurden Sträucher und Bäume geschnitten bzw. ausgegraben und knapp 600 Kubikmeter Material abtransportiert, um diesen Hohlweg wieder zu einer Attraktion zu machen. Im Rahmen des heurigen „Musikalischen Weinsommers" wird dieser Radlbrunner Hohlweg nun weiter attraktiviert; ein beschilderter Rundwanderweg wird durch den Hohlweg und die Weinberge sowie an revitalisierten Weingartenhütten und der weithin bekannten „Hiatahütte" vorbei führen.

Bei der „Weinviertler Kellerkatze", die beim diesjährigen „Weinsommer" ebenso im Mittelpunkt des Interesses stehen wird, wird auf die ursprüngliche Symbolkraft der Katze für die WeinhauerInnen Bezug genommen. Als sehr rein bzw. sehr reinlich geltende Tiere hatten Katzen bereits in der Vergangenheit eine besondere Bedeutung für die Weinwirtschaft, in der ja auch sehr rein gearbeitet werden musste. Somit hatten die WeinhauerInnen im Weinviertel eine hölzerne „Kellerkatze" im Weinkeller stehen. Diese wurde von den Hauern selbst geschnitzt oder aber auch von Profis angefertigt. Vor rund einem Jahr begann der Bildhauer Günter Stockinger aus Obergrabern, die „Kellerkatze" wieder zu beleben. Heute produziert Stockinger verschiedene „Kellerkatzen" aus Holz; als „Mitbringsel" gibt es auch „Kellerkatzen"-Schlüsselanhänger in drei Varianten. Die Kleinregionen und „Weinviertel Tourismus" forcieren diese Idee bzw. Initiative.

Nähere Informationen: Volkskultur NÖ, Dietmar Jäger, Telefon 02732/850 15, e-mail didi.jaeger@volkskulturnoe.at, http://www.volkskulturnoe.at/.

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