16.07.2009 | 00:18

NÖ Jugendstudie 2009 präsentiert

Heuras: Respekt und Begegnung auf Augenhöhe statt Belehrung

„Jugendpolitik in Niederösterreich ist nicht nur Politik für die Jugend, sondern vor allem auch mit der Jugend", sagte Landesrat Mag. Johann Heuras heute, 16. Juli, bei der Präsentation der NÖ Jugendstudie 2009 in St. Pölten. Befragt wurden 2.195 Jugendliche in Alter zwischen 15 und 19 sowie (erstmals) auch zwischen 13 und 15 Jahren.

Als zentrale Erkenntnisse der Studie nannte der Jugend-Landesrat zum einen, dass die Jugend zunehmend in einer virtuellen Welt lebe bzw. kommuniziere und sich von der realen Welt abwende. Zum zweiten stimme ihn die hohe Zustimmung für Haus und Garten (80 Prozent), Partnerschaft bis zum hohen Alter (68 Prozent) oder Familie mit Kindern (60 Prozent) bei den Wünschen an die Zukunft positiv. Das sei eine Orientierung an traditionellen Werten, die in der Gesellschaft vielfach abhanden gekommen seien. Zum dritten lasse sich das Ergebnis, dass die Jugend die Zukunft in Niederösterreich äußerst positiv beurteile, dahingehend interpretieren, dass junge Menschen, welche die Zukunft optimistisch beurteilen, auch in der Lage seien, das Beste daraus zu machen.

Aus der zentralen Frage, wer sich um die Jugend kümmere, leitete Heuras ab, dass man die Jugendlichen noch häufiger und deutlicher ansprechen müsse, auch, um ihr Potenzial und ihren Optimismus für das Gemeinwesen nutzen zu können. Weil sich zudem aktive Jugendliche deutlich gesünder fühlen als passiv Konsumierende, bedürfe es noch mehr Einbindung als beste Form der Prävention und Integration sowie als Basis späteren aktiven Mitgestaltens. Neben den bis dato rund 1.000 Jugendtreffs in Niederösterreich will der Jugend-Landesrat auch die Aktion Jugendpartnergemeinde noch mehr forcieren, weil die Gemeinde die wichtigste Ebene in der Jugendpolitik sei. „Am allerwichtigsten aber sind Partnerschaft, Respekt, Wertschätzung und Begegnung auf Augenhöhe statt Belehrung", so Heuras abschließend.

Der Sozialforscher Dr. Erich Brunmayr, Autor der Studie, präzisierte: Mit 36 Prozent sei die Wichtigkeit, täglich mit Freunden etwas zu unternehmen, markant rückläufig. Dramatischste Auswirkung davon, dass der Anteil der in den Gemeinden aktiv integrierten Jugendlichen ebenso sinke wie die Anteilnahme der Jungen an den realen Vorgängen, sei die parallel zunehmende Bedeutung der medialen Vermittlung von Wirklichkeit. 68 bzw. 67 Prozent der Befragten gaben an, sich bei Film und Fernsehen bzw. Computertechnik und Internet gut auszukennen, demgegenüber gaben aber z. B. 49 Prozent an, keine Ahnung zu haben, wie die internationalen Finanzsysteme funktionieren.

Bei den Wünschen nehmen weniger Budgetdefizit und Staatsschulden mit 36 Prozent den ersten Platz ein. 54 Prozent meinen, die EU sei in Fragen eines stabilen Finanzsystems hilfreich. Den niederösterreichischen Wert von 76 Prozent Zustimmung für eine gute Entwicklung im Land gebe es sonst in keinem Bundesland, so Brunmayr.

Nähere Informationen beim NÖ Landesjugendreferat unter 02742/9005-13268, Wolfgang Juterschnig.

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