25.06.2009 | 09:52

Neue Station für Drogenabhängige in Amstetten-Mauer

Heuras: Devise lautet „Hinschauen statt Wegschauen"

„Die Suchtproblematik nimmt auch in Niederösterreich zu. Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, der Druck auf Einzelne wird immer größer und viele können diesem Druck nicht mehr Stand halten. Egal ob bei legalen Drogen wie Alkohol oder Nikotin oder bei illegalen Substanzen - die Devise heißt: Hinschauen statt Wegschauen", erklärte gestern, 24. Juni, Landesrat Mag. Johann Heuras bei der Gleichenfeier für den Neubau der Station für Drogenabhängige in Amstetten-Mauer, in der nach Fertigstellung 30 „Entzugsbetten" zur Verfügung stehen werden.

Als Basis für die Suchtarbeit bezeichnete Heuras den NÖ Suchtplan mit den drei Säulen Prävention, Beratung und Therapie. Die Fachstelle für Suchtvorbeugung, Koordination und Beratung sei die Drehscheibe aller Maßnahmen die im NÖ Suchtplan vorgesehen seien.

„Mit der Prävention kann man nicht früh genug beginnen", ist Heuras überzeugt. Deshalb gebe es bereits Angebote im Kindergarten, wo PädagogInnen fachlich geschult würden. Die Angebote würden aber bis hin zu Projekten mit Eltern, Schulen, Gemeinden und Betrieben in der außerschulischen Jugendarbeit reichen. „In der Prävention wurden im Jahr 2008 insgesamt 525 Projekte durchgeführt und damit über 34.000 Personen erreicht", so Heuras.

„In der Säule ‚Beratung\' wurde das Ziel - jeder Bezirk soll über eine voll ausgebaute Suchtberatung verfügen - fast schon erreicht", so Heuras weiter. Zu den bereits 20 voll ausgebauten Suchtberatungen würden im Herbst noch die Bezirke Melk, Scheibbs und Klosterneuburg dazukommen. Insgesamt investiere das Land Niederösterreich 2009 rund fünf Millionen Euro in die Suchtberatung. Dazu komme der Neubau der Entzugsstation mit 8,3 Millionen Euro. „Das sind äußerst wichtige Investitionen, weil sie den Betroffenen direkte Hilfe bieten, die - auf sich allein gestellt - nur schwer aus der Suchtspirale entkommen", so Heuras abschließend.

Weltweit wird die Zahl der Menschen, die illegalisierte Substanzen konsumieren auf rund 200 Millionen geschätzt. In Niederösterreich sind geschätzte 164.000 Menschen von Nikotin, 64.500 von Alkohol, 21.000 von Medikamenten und 3.000 bis 5.000 Personen von illegalen Suchtmitteln abhängig. Geschätzte 1.200 NiederösterreicherInnen befinden sich in einem Substitutionsprogramm.

Nähere Informationen: Büro LR Heuras, Markus Hammer, Telefon 02742-9005-12324, e-mail markus.hammer@noel.gv.at bzw. Fachstelle für Suchtvorbeugung, Koordination und Beratung, Dr. Ursula Hörhan, Telefon 02742/31440-33.

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