08.05.2009 | 09:01

„Preis für Europäische Regionale Integration" an Edmund Stoiber

LH Pröll: „Europa muss auf die Kraft der Regionen setzen"

Zum dritten Mal wurde am Donnerstagnachmittag der „ERI Prix", der „Preis für Europäische Regionale Integration", verliehen. Der Preis wird vom Land Niederösterreich und der Donau-Universität Krems an Personen vergeben, die sich um die Entwicklung der Regionen in Europa besondere Verdienste erworben haben. Bisherige Preisträger waren Vaclav Klaus (2005) und Mikulas Dzurinda (2007). Gestern, 7. Mai, konnte der ehemalige bayerische Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber den „ERI Prix" aus den Händen von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll und dem Rektor der Donau-Universität, Dr. Jürgen Willer, entgegen nehmen.

„Du warst jener Ministerpräsident, der den Freistaat Bayern in das große Europa hineingeführt hat", nannte Landeshauptmann Pröll in seiner Festrede eine erste Verbindung mit dem Bundesland Niederösterreich. „Unsere beiden Länder haben vor dieser neuen europäischen Aufgabe nicht resigniert, sondern sind die europäische Zukunft offensiv angegangen", so Pröll. Stoiber habe die Chancen erkannt und aus dem Nebeneinander mit Nachbarn ein Miteinander mit Partnern gemacht, so Pröll. „Edmund Stoiber hat immer gewusst: Die Kraft des großen Europa kann nur aus den kleinen Einheiten kommen. Und Europa muss auch in den kommenden Jahren auf die Kraft der Regionen setzen", betonte der Landeshauptmann. Eine enge Kooperation und Koordination habe die beiden Länder Bayern und Niederösterreich stets verbunden, verwies Pröll etwa auf die Allianz der Regionen zur Verlängerung der Regionalförderkulisse oder die Subsidiaritätskonferenz im Jahr 2006 in St. Pölten, an der Stoiber als einer der Hauptredner teilnahm. „Edmund Stoiber kämpft für ein bürgernahes Europa", nannte Pröll einen weiteren Grund für die hohe Auszeichnung. Stoiber wisse, dass Europa nicht „starre Vorgaben und mangelnde Transparenz", sondern „Hausverstand, Bürgernähe und Effizienz" brauche.

In seinem Festvortrag zum Thema „Turbulenzen auf Finanz- und Wirtschaftsmärken - die Rolle Europas und seiner Regionen" erinnerte auch Edmund Stoiber an die St. Pöltner Subsidiaritätskonferenz, die „Langzeitwirkung entfaltet" habe. In einer globalen Welt sei es gerade die Eigenständigkeit der Regionen, die Vielfalt und Bürgernähe sichere. „Nur mit starken regionalen Wurzeln kann man in einer zunehmend uniformen Welt einem Verlust von Identität entgegen wirken. Dazu braucht es starke Regionen mit lebendigen Traditionen", betonte Stoiber. Im Blick auf die Ursachen der weltweiten Wirtschaftskrise plädierte er unter anderem für einen „Mentalitäts- und Bewusstseinswandel und die Rückkehr zu traditionellen Werten" wie Verantwortung, Nächstenliebe, harte Arbeit und Ehrlichkeit, Neugier und Mut. „Nur mit einem klaren Wertefundament können wir die Herausforderungen der Zukunft bestehen", so Stoiber. Eine deutliche Absage erteilte er dem „Spekulationskapitalismus".

Die Laudatio auf den Preisträger hielt der Rektor der Donau-Universität, Dr. Jürgen Willer. Er bezog sich auf das „ungebrochene Engagement" des Preisträgers für die europäische Idee, Stoiber habe „für Bayern und für Deutschland, aber auch für die Zukunft Europas einen herausragenden Beitrag geleistet".

Er nehme den Preis mit großer Freude entgegen, bedankte sich der ehemalige bayerische Ministerpräsident nach der Überreichung durch den Landeshauptmann: „Niederösterreich war und ist stets ein großer Repräsentant des regionalen Gedankens in einem vereinten Europa." Der am 28. September 1941 geborene Politiker war von 1993 bis 2007 Ministerpräsident in Bayern. Seit November 2007 ist er Leiter der „EU-High Level Group", eines Gremiums, das sich im Besonderen dem Abbau von Bürokratie in der Europäischen Union widmet.

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