08.10.2008 | 11:39

Kaiseradler kehrt nach 200 Jahren zurück

Plank: Sensationeller Artenschutzerfolg in NÖ

Die seit Jahren laufenden Ansiedlungsversuche des weltweit bedrohten Kaiseradlers in Niederösterreich haben sich bewährt. Zum ersten Mal zog ein Brutpaar zwei Junge auf. „Ein toller Erfolg für den Artenschutz in Niederösterreich", sind sich Landesrat Dipl.Ing. Josef Plank, Direktor Bernd Lötsch vom Naturhistorischen Museum, der Landesjagdverband und BirdLife Österreich einig.

Fast zwei Jahrhunderte galt der Kaiseradler in Österreich als ausgestorben. Nun ist er in Niederösterreich wieder heimisch. Am 11. Mai dieses Jahres erblickte der erste Jungvogel das Licht der Welt. Das Brutpaar konnte schlussendlich zwei Junge aufziehen. Mehrjährige Schutzmaßnahmen in den Nachbarländern Slowakei und Ungarn begünstigten die Wiederansiedlung dieses nach wie vor vom Aussterben bedrohten Greifvogels auch in Österreich. Plank: „Mit dem Kaiseradler, dem Seeadler und dem Steinadler ist Niederösterreich das einzige Bundesland, das Lebensraum für alle drei heimischen Adlerarten bietet. Das Land Niederösterreich leistet durch die Förderung von Brachen und extensiver Landwirtschaft einen Beitrag zur Erhaltung des weltweit bedrohten Kaiseradlers." Die Umsetzung der aus den Mitteln des Landes, des Bundes und der EU geförderten Agrar-Umweltprogramme stellt damit eine zentrale Maßnahme zum Schutz des Greifvogels dar.

Die Verbreitung des Kaiseradlers erstreckt sich auf dem eurasischen Kontinent von Zentralasien bis ins östliche Mitteleuropa. Durch sukzessive Lebensraumverluste und Verfolgung ist der Bestand besonders im letzten Jahrhundert dramatisch zurückgegangen. Die ursprünglichen Lebensräume dieser Vögel sind weite und von zivilisatorischen Einflüssen weitgehend unberührte Graslandschaften.

Heute finden Kaiseradler ihre Beutetiere meist auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Wichtig ist, dass die für den Kaiseradler wichtigen Beutetiere wie Feldhase, Hamster und Fasan in ausreichender Dichte vorkommen und geeignete Brutplätze vorhanden sind. Als Brutmöglichkeiten werden in der Regel besonders hohe und dementsprechend zumeist alte Bäume mit großer Krone angenommen.

BirdLife Österreich wickelt im Auftrag des Landes Niederösterreich ein Schutzprogramm für diese bedrohte Art ab. Ein wichtiger Schwerpunkt dabei ist es, in Zusammenarbeit mit der Jägerschaft und Landwirten den Lebensraum und damit die Nahrungsgrundlage zu sichern. Man setzt dabei auch auf wissenschaftliche Projektbegleitung, speziell die Beobachtung und Analyse der Bestandsentwicklung und der Lebensraumnutzung.

Weitere Informationen: Büro LR Plank, Christian Milota, e-mail christian.milota@noel.gv.at, Telefon 02742/9005-12701.

 

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