10.07.2008 | 13:38

Niederösterreichisches Integrationsleitbild präsentiert

Bohuslav: Integration ist keine Einbahnstraße

„Zuwanderung und Integration sind fixe Bestandteile des Zusammenlebens in unserer Gesellschaft", sagte Landesrätin Dr. Petra Bohuslav heute, Donnerstag, 10. Juli, in St. Pölten bei der Präsentation des NÖ Integrationsleitbildes gemeinsam mit Prof. Dr. Günther Kienast, Leiter des Bereiches Politik und Verwaltung an der NÖ Landesakademie. Deswegen wurde im Februar 2007 ein Projekt unter der Koordination der NÖ Landesakademie in enger Zusammenarbeit mit ExpertInnen und MigrantInnen gestartet. Unter dem Arbeitstitel „Guat Z´sammenleben in NÖ" soll die Aktion einen partizipativen Meinungsbildungsprozess bei einheimischen und zugewanderten NiederösterreicherInnen bewirken. An der Erstellung des Projektes waren ca. 600 Personen beteiligt, externe Beratung wurde zum Beispiel von der Donau-Universität Krems durchgeführt.

Nachdem in manchen Gemeinden Niederösterreichs der Ausländeranteil mit 10 Prozent über dem Landesdurchschnitt von 6,4 Prozent liegt, war es dringend notwendig, einen Maßnahmenplan zu erstellen, der ein angenehmes Miteinander zwischen Menschen vielfältiger ethnischer Hintergründe ermöglichen soll. Die Einrichtung einer Fachstelle für Integration war dabei ein wichtiger Schritt. Dabei soll die Organisation vor allem als Anlaufstelle für Gemeinden und Behörden zu Fragen mit Integrationsthemen dienen.

Unterstützung finanzieller und inhaltlicher Art erfahren die Gemeinden dabei vom Land Niederösterreich. Projekte, die in Zusammenarbeit von Einheimischen und MigrantInnen entstehen, werden mit bis zu 20 Prozent gefördert, Sprachkurse mit bis zu 50 Prozent. Zielgruppe für diese Kurse sind Menschen mit Migrationshintergrund, die dauerhaft in Niederösterreich leben und sich durch das Erlernen der Sprache auch besser in die Gesellschaft eingliedern können. Nicht zuletzt sind sprachliche Barrieren oft Gründe für Unverständnis in multikulturellen Gemeinschaften.

Als Grundvoraussetzung für das Gelingen eines für alle Seiten profitablen und angenehmen Zusammenlebens sehen Landesrätin Bohuslav und Kienast den deutlichen Dialog zwischen den Beteiligten. Aus diesem Grund ist auch ein Großteil der Maßnahmen des Projektes „Guat Z´sammenleben" auf das Werkzeug der Kommunikation ausgerichtet. Ein Hauptaugenmerk wird dabei auf die Integration von MigrantInnen in die verschiedenen Vereine gelegt. Vor allem im Sport- und Kulturbereich ist der ethnische Hintergrund der Mitglieder bei gemeinsamen Aktivitäten sehr schnell Nebensache. Neben Toleranz in der Gemeinschaft soll der Maßnahmenplan auch ein voneinander Lernen ermöglichen, da Einheimische sowie MigrantInnen im Umgang miteinander sehr viel Neues und Wissenswertes erfahren können.

Die Leitbildentwicklung und der Maßnahmenplan zum Projekt „Guat Z´sammenleben" ergeht an die niederösterreichischen Gemeinden und steht auch im Internet zum Download bereit.

Nähere Information: http://www.finoe.at/.

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