16.06.2008 | 11:52

Studie „Armut und Reichtum in NÖ" präsentiert

Heinisch-Hosek: 189.000 NiederösterreicherInnen armutsgefährdet

189.000 Menschen oder 12,1 Prozent der Bevölkerung waren 2006 in Niederösterreich armutsgefährdet (bei einer Armutsgefährdungsschwelle von 60 Prozent des Medianeinkommens), das sind die Eckdaten der Studie „Armut und Reichtum in NÖ" der Österreichischen Gesellschaft für Politikberatung und Politikentwicklung (ÖGPP), die heute, 16. Juni, in St. Pölten gemeinsam von Landesrätin Gabriele Heinisch-Hosek und Dr. Andreas Höferl, Generalsekretär der ÖGPP, präsentiert wurde.

Soziale Ausgewogenheit müsse sich auch im Budget niederschlagen, sagte Heinisch-Hosek. Dabei gehe es um mehr Investitionen in soziale Pflegedienste, mehr Geld für den Arbeitnehmerfonds angesichts der hohen Zahl prekärer Beschäftigungsverhältnisse, eine Verwirklichung der bedarfsorientierten Mindestsicherung bereits per 1. Juli 2009 sowie eine in den Kindergärten auch kostenlose Nachmittagsbetreuung. Als weitere Punkte nannte die Landesrätin eine gemeinsame Schule der 10- bis 14-jährigen, die Vorsorge für ausreichend Pflegeplätze und mehr interkulturelle MitarbeiterInnen.

Aus der Studie geht zudem hervor, dass 2006 etwa 75.000 Erwerbstätige trotz Berufstätigkeit armutsgefährdet und nur noch 59 Prozent aller Beschäftigungsverhältnisse „Normalarbeitsplätze" waren; 3.400 Haushalte waren auf Grund von Arbeitslosigkeit armutsgefährdet. Von den 41.500 armutsgefährdeten PensionistInnen in Niederösterreich waren 68 Prozent Frauen, auch ein Viertel der MigrantInnen (über 39.400) waren armutsgefährdet. Rund 61.000 Erwachsene und Kinder lebten in armutsgefährdeten Haushalten. Ohne Sozialleistungen und Pensionen wären nicht 189.000, sondern 362.000 NiederösterreicherInnen - und damit 23 Prozent der Bevölkerung - armutsgefährdet.

Im Gegenzug dazu hat laut der ÖGPP-Studie auch der Reichtum in Niederösterreich zugenommen: Die Zahl der Menschen mit hohem Einkommen (mehr als 200 Prozent des Medianeinkommens) ist in den letzten Jahren um rund 30.000 auf über 120.000 gestiegen. 2006 gab es in Niederösterreich in privaten Haushalten und Organisationen ohne Erwerbszweck ein Geldvermögen von geschätzten 75,5 Milliarden Euro, Wirtschaftsunternehmen verfügten über weitere 39,3 Milliarden Euro an Geldvermögen.

Nähere Informationen: Büro LR Heinisch-Hosek unter 02742/9005-12120 und e-mail post.heinisch-hosek@noel.gv.at.

 

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