21.09.2007 | 10:17

Bildungsenquete „Eine Schule für alle" im NÖ Landhaus

Bildungsenquete „Eine Schule für alle" im NÖ Landhaus

Im NÖ Landhaus in St. Pölten fand gestern, 20. September, eine Bildungsenquete zum Thema „Eine Schule für alle" statt. Neben Univ.Prof. Rupert Vierlinger, der ein „Plädoyer für die echte Gesamtschule" hielt, nahmen an dieser Enquete auch Kristiina Ikonen (Referentin für Schulentwicklung im finnischen Zentralamt für Unterrichtswesen) und Gerlinde Heil (Science Pool/Interessensförderung bei Kindern und Jugendlichen") teil. In vier Workshops diskutierten die TeilnehmerInnen der Enquete über „English On Stage", also über Erst-Englisch durch darstellendes Spiel, oder über kreative Mathematik anhand des Stoffes der 4. und 5. Schulstufe.

Landesrat Emil Schabl hielt in seinem Statement fest, dass 18 Prozent der Jugendlichen, die eine Pflichtschule absolvierten, nicht sinnerfassend lesen können. Eines der Probleme sei auch, dass das österreichische Schulsystem viel zu früh selektiert: „Die Selektion mit zehn Jahren ist eindeutig zu früh", so Schabl. Zahlreiche Studien würden belegen, dass die frühe Trennung der SchülerInnen sich negativ auf die Lebenschancen auswirke. Der Zugang zu den einzelnen Schulformen dürfe nicht mit der Geldbörse der Eltern zusammenhängen.

Vierlinger trat für ein heterogenes Schulmodell ein: Im gegliederten System, dass sich krampfhaft, aber stets zu gut einem Drittel fehlerhaft bemühe, möglichst homogene Schülerstaffeln zu schaffen, gibt es immer wieder Unter- oder Überforderung. Die gemeinsame Schule für die 10- bis 14-jährigen, also eine echte, „humane" Gesamtschule, verschiebt zudem auch die Sorgen um die Schulwahl. Die lebensbedeutsame Entscheidung werde seiner Ansicht nach auf der Basis einer viel besseren Kenntnis der Begabungen getroffen.

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