13.08.2007 | 11:19

Naturschutz-Schauräume im Dorfmuseum Zwingendorf neu gestaltet

Kadenbach: Moderne Methoden der Naturvermittlung

Im Rahmen eines Festaktes zur urkundlichen Ersterwähnung von Zwingendorf vor 800 Jahren wurden gestern, Sonntag, im Dorfmuseum die neu gestalteten Naturschutz-Schauräume eröffnet. Wo sich vor 15 Millionen Jahren noch das Meer ausgebreitet hat, sind heute die letzten Salzsteppen Niederösterreichs und das Naturschutzgebiet „Zwingendorfer Glaubersalzböden“ zu finden. Sie sind ein extremer Lebensraum für Pflanzen und Tiere und halten viele interessante Fragen bereit, wie etwa welche Salzkonzentrationen ertragen diese Lebewesen und mit welchen Strategien können sie hier überleben?

Antworten darauf gibt die vor allem für Familien und Schulklassen konzipierte neue Ausstellung und Erlebniswelt im Dorfmuseum Zwingendorf. Interaktive Elemente zum Mitmachen, Raten, Erspüren und Staunen wecken die Neugierde und machen die Salzsteppe zum Erlebnis. In einem überdimensionalen Zieselbau können Kinder sogar in die Rolle der Erdhörnchen schlüpfen. „Die Menschen wollen nicht belehrt werden. Sie wollen Neues entdecken und Zusammenhänge erkennen. Moderne Naturvermittlung - gepaart mit Spannung und Spaß für Jung und Alt – schafft die Basis für gelebten Naturschutz“, ist Naturschutz-Landesrätin Karin Kadenbach überzeugt.

Ergänzend zu den Schauräumen im Dorfmuseum werden im nahen Naturschutzgebiet auf Informationstafeln Fauna und Flora anschaulich und ebenfalls interaktiv dargestellt. Die Glaubersalzsteppe am nördlichen Ortsrand von Zwingendorf wurde bis in die achtziger Jahre als Gänseweide genutzt. So wurden laufend offene Bodenflächen geschaffen, auf denen die Salzpflanzen gut gedeihen können.

Um diese Voraussetzungen weiterhin zu gewährleisten, wird das Gebiet derzeit vom Ökokreis betreut. Neben dem einzigen Vorkommen des Strandmilchkrautes in Österreich brüten hier auch seltene Vogelarten wie Kiebitz, Schwarzkehlchen und Sperbergrasmücke. „Mit der neuen Erlebniswelt zu Salzlebensräumen im Dorfmuseum Zwingendorf ist ein zusätzliches, attraktives Ausflugsziel im Land um Laa entstanden. So können wir die Identifikation der Region mit ihren Naturschätzen fördern und gleichzeitig die Besucher dafür begeistern“, so Kadenbach abschließend.

Nähere Information gibt es bei Museumsleiter Adolf Haider, Telefon 02527/563, e-mail adhai@aon.at.


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