14.05.2007 | 12:47

„Gender Medicine“ unter geschlechtsspezifischen Gesichtspunkten

Kadenbach: Pharmazeutische Forschung orientiert sich an Männern

Landesrätin Karin Kadenbach gab heute, Montag, 14. Mai, in St. Pölten gemeinsam mit Univ.Prof. Dr. Anita Rieder und Univ.Prof. Dr. Brigitte Lohff eine Pressekonferenz über das „Zukunftsthema: Gender Medicine“, die Humanmedizin unter geschlechtsspezifischen Gesichtspunkten; leben doch Männer durchschnittlich 75,8 Jahre, Frauen aber 81,7 Jahre lang.

„Viele Krankheiten weisen bei Frauen vollkommen andere Symptome und Auswirkungen auf als bei Männern“, sagte Kadenbach. Auch die Reaktion auf Medikamente sei vielfach unterschiedlich. Gerade die pharmazeutische Forschung orientiere sich aber immer noch fast ausschließlich an Männern. Bei Herzinfarkten z. B. könnten die Symptome bei Frauen ganz anders aussehen als bei Männern. Auf diese Unterschiede müssten sowohl die ÄrztInnen als auch die PatientInnen, aber auch Forschung bzw. Entwicklung noch mehr reagieren.

Die Verankerung von „Gender Medicine“ sei aber auch im politischen Bereich wichtig. Mittlerweile gebe es für Frauen und Männer bereits eigene Gesundheitsberichte. Auch im Übereinkommen der Bundesregierung seien die Grundsätze der „Gender Medicine“ als durchgehendes Prinzip auf allen Ebenen des Gesundheitswesens berücksichtigt, meinte Kadenbach.

„Viele Bereiche sind noch gar nicht erforscht“, stellte Rieder fest. So hätten Frauen mit der Diagnose Herzinfarkt eine viel größere Sterblichkeit als Männer: Bei 50,6 Prozent der Todesfälle von Frauen waren Herz- und Kreislauferkrankungen verantwortlich, bei Männern lag diese Rate bei 39,8 Prozent. Auch die Häufigkeit vieler anderer Krankheitsbilder differenziert zwischen den Geschlechtern: Frauen sind z. B. weit häufiger als Männer von Erkrankungen des Bewegungsapparates betroffen. All diese Fakten würden deutlich machen, wie wichtig und notwendig es sei, in der medizinischen und pharmazeutischen Forschung, aber auch in der täglichen medizinischen Praxis auf die biologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern hinzuweisen.


Zu diesem Artikel gibt es eine unterstützende Audiodatei. Diese ist zum Download nicht mehr verfügbar. Bitte wenden Sie sich an: presse@noel.gv.at

RÜCKFRAGEHINWEIS

Amt der Niederösterreichischen Landesregierung
Landesamtsdirektion - Pressedienst
E-Mail: presse@noel.gv.at
Tel: 02742/9005-12163
Fax: 02742/9005-13550
Landhausplatz 1
3109 St. Pölten
© 2017 Amt der NÖ Landesregierung