08.03.2007 | 12:20

Naturschutzbund NÖ präsentierte Kampagne „überLEBEN“

Kadenbach: Natur für Menschen erleb- und begreifbar machen

Der Naturschutzbund NÖ präsentierte heute, 8. März, bei einer Pressekonferenz mit Landesrätin Karin Kadenbach, dem Vorsitzenden des Naturschutzbundes NÖ, Univ.Prof. Dr. Walter Hödl, und der Geschäftsführerin des Naturschutzbundes NÖ, Mag. Margit Gross, im Landhaus in St. Pölten die Kampagne „ÜberLEBEN“.

„Moderner Naturschutz darf nicht die Natur unter einen Glassturz stellen, sondern muss sie für die Menschen erleb- und begreifbar machen“, sagte Kadenbach. „Wir sind Zeitzeugen schwerwiegender, zum Großteil irreversibler Schädigungen“, man könne zusehen, wie die Vielfalt der Arten schwinde. „Tiere und Pflanzen, die ein unverzichtbarer Teil unseres Ökosystems sind, brauchen dringend unsere Hilfe“, so Kadenbach. Die Kampagne „überLEBEN“ des Naturschutzbundes sei „ein unverzichtbares Element in dem Netzwerk, das wir zum Schutz unserer Umwelt in Zukunft immer dichter weben wollen“.

Ein Blick auf die „Roten Listen“ zeige, dass 100 Prozent der Amphibien, 92 Prozent der Reptilien, 75 Prozent der Libellen und 53 Prozent der Brutvögel in unterschiedlichem Ausmaß gefährdet seien, warnte Hödl. Auch gebe es EU-Beschlüsse wie die Vogelschutzrichtlinie oder die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie zur Einrichtung des europäischen Schutzgebietsnetzes NATURA 2000. Die EU-Umweltminister hätten sich dazu verpflichtet, bis 2010 den Artenschwund einzudämmen. „Die Erhaltung der Artenvielfalt ist also nicht nur ein idealistisches Ansinnen, sondern ein rechtlicher Auftrag, der ohne wenn und aber zu erfüllen ist, erklärte Hödl.

111 Tier- und Pflanzenarten stehen, stellvertretend für die Flora und Fauna in Österreich, im Mittelpunkt der Kampagne des Naturschutzbundes, die auf Bundesebene vom Lebensministerium und von der Bundesforste AG mitgetragen wird. Das Land Niederösterreich fördert diese Kampagne, die auf zwei Jahre angelegt ist und Ende 2008 ausläuft, mit rund 35.000 Euro. Neben zahlreichen Veranstaltungen, Exkursionen und Vorträgen setzt die Kampagne auch auf die Beteiligung der Bevölkerung: Auf der online-Plattform www.naturbeobachtung.at sind alle dazu aufgerufen, ihre Beobachtungen zu melden. Der Naturschutzbund NÖ sucht zudem neue Partner - Organisationen, Institutionen, Unternehmen - für den Artenschutz. Zudem werden alle Projekte und Maßnahmen dokumentiert, die in den letzten Jahren zum Schutz gefährdeter Arten gesetzt wurden; auf dieser Basis wird in Niederösterreich ein Leitfaden für den Artenschutz entwickelt.

Weitere Informationen: Naturschutzbund NÖ, Mag. Barbara Grabner, Telefon 01/402 93 94, barbara.grabner@naturschutzbund.at, www.noe.naturschutzbund.at.


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