23.02.2007 | 13:07

Kadenbach präsentiert Vorhaben im Naturschutz

„Moderner Naturschutz darf Natur nicht unter einen Glassturz stellen“

„Moderner Naturschutz darf die Natur nicht unter einen Glassturz stellen, sondern muss sie für den Menschen erlebbar und begreifbar machen.“ Das forderte heute, 23. Februar, Landesrätin Karin Kadenbach in St. Pölten bei der Präsentation von Vorhaben und Zielsetzungen im NÖ Naturschutz. Man sei Zeitzeuge schwerwiegender, zum Großteil irreversibler Schädigungen, die der Mensch der Natur bewusst oder unbewusst zugefügt habe. Moderner Naturschutz verlange daher „beherztes Handeln und eine gezielte Steuerung“. Man dürfe aber nie vergessen, dass „Natur ein Wert für sich“ sei: Die Natur, die Tiere, Bäume und Landschaften hätten einen Eigenwert, den es zu schützen gelte, ganz unabhängig davon, ob und welchen Nutzen die Menschen daraus ziehen, meinte die NÖ Naturschutzreferentin.

An künftigen Vorhaben nannte Kadenbach eine neue Hotline zu Frühlingsbeginn, ein

Schul-Projekte zum Schutz der Natur und die Erstellung regionaler Management-Pläne für die Schutzgebiete im Weinviertel und Industrieviertel.

Insgesamt wurden ja in Niederösterreich 20 Gebiete nach der Flora-Fauna-Habitat- und 16 Gebiete nach der Vogelschutz-Richtlinie zum Europa-Schutzgebiet erklärt, der Management-Plan für Niederösterreich-Mitte wurde bereits erstellt.

Niederösterreich als „das Naturparkland Österreichs“ verbinde das Erleben der Natur mit ihrem Schutz, meinte Kadenbach weiter. Bei rund 2,5 Millionen BesucherInnen pro Jahr in 23 Naturparken sei es aber wichtig, die richtige Balance zu finden. Wie in den Naturparken sei auch in den zwei niederösterreichischen Nationalparks das Erlebnis mit der Umweltbildung verbunden. Das Wildnisgebiet Dürrenstein soll im Oiswald mit 400 Hektar Urwald ergänzt werden, auch eine Infostelle und ein Erlebnispfad sind geplant.

Mit der Erhaltung des Lebensraumes sei auch der Schutz der Arten verbunden. In Niederösterreich würden Steinkauz, Triel, Raubwürger und Wiesenweihe sowie der Apollofalter betreut. Im Weinviertel seien zuletzt auch wieder mehr Großtrappen gezählt worden, diese Vogelart sei aber nach wie vor gefährdet. Das mit den Experten des Konrad Lorenz-Institutes und der Universität für Bodenkultur durchgeführte Pilotprojekt zur Umsetzung des Biber-Managements mit Schwerpunkt im Wiener Becken lege großen Wert auf die Zusammenarbeit mit den Betroffenen. Die weitere Vorgehensweise werde derzeit geprüft, zu große Populationen sollten aber durch Fangaktionen reduziert werden, so Kadenbach. In Niederösterreich, sind laut Schätzungen der NÖ Naturschutzabteilung derzeit rund 2.000 Biber als streng geschützte Nager beheimatet.


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