04.09.2006 | 09:51

Landeskrankenhaus St. Pölten: Vorreiter bei Spastik-Behandlung

Mehr Lebensqualität für Patienten

Das Landesklinikum St. Pölten bietet eine in Niederösterreich einzigartige Methode zur Spastik-Behandlung an. Mit Hilfe dieser Methode konnte seit dem Vorjahr im St. Pöltner Krankenhaus bereits mehreren spastisch erkrankten Personen geholfen werden.

Bei dieser Methode wird eine von außen steuerbare Pumpe in den Körper des Patienten bzw. der Patientin implantiert. Durch das kontinuierlich in den Körper abgegebene Medikament „Baclofen“ wird dann eine Linderung der Schmerzen ermöglicht. Die jeweilige Dosis des Medikamentes wird elektronisch eingestellt und kontinuierlich von der Pumpe in das Schlauchsystem abgegeben; über den Wirbelkanal gelangt es schließlich in das Nervenwasser. Diese Medikation ist auf Grund der niedrigen Dosierbarkeit und der geringen Nebenwirkungen eine Alternative zu bisherigen Behandlungsmethoden bei spastischen Erkrankungen. Voraussetzung für das Implantat ist eine sorgfältige Voruntersuchung. In der Abteilung für Neurologie am Landesklinikum St. Pölten werden daher vorab eine präoperative Abklärung sowie eine Austestung der Verträglichkeit für die jeweiligen PatientInnen vorgenommen.

Das Implantat selbst besteht aus einer Medikamentenpumpe und einem ableitenden Schlauchsystem. Der Eingriff, bei dem die Pumpe in das Unterhautfettgewebe der seitlichen Bauchwand eingesetzt wird, dauert etwa eine Stunde. Schon kurze Zeit nach dem Eingriff können die PatientInnen eine Verminderung der Muskelanspannungen feststellen. Am Tag nach dem Eingriff werden sie zur genauen Dosiseinstellung an die Abteilung für Neurologie transferiert, wo die Feineinstellung der Medikation vorgenommen wird. Zudem wird während dieser ersten Tage auch eine neurorehabilitative Behandlung angeboten. Im weiteren Verlauf muss die Pumpe alle drei bis vier Monate erneut mit dem Medikament „Baclofen“ befüllt werden.

Nähere Informationen: Landesklinikum St. Pölten, Anton Feilinger, Telefon 02742/300-61020, e-mail anton.feilinger@stpoelten.lknoe.at.


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