28.11.2006 | 09:58

Forscher vom Technopol Tulln nun auch in England

Gabmann: Enge Kooperation mit europäischen Spitzenforschungseinrichtungen

Prof. Rudolf Krska, stellvertretender Leiter des IFA-Tulln und Chef des Analytikzentrums am IFA, hat am Central Science Laboratory in York eine einjährige Stelle als „Visiting Professor“ angenommen. Er forscht hier an der Entwicklung modernster Analysemethoden zum Nachweis sogenannter Mutterkorn- bzw. Ergot-Alkaloide in Getreide und Lebensmitteln, das Forschungsprojekt wird von der Food Standards Agency in Großbritannien finanziert.

Besagte Alkaloide sind stickstoffhaltige natürliche Verbindungen, die vor allem in Pflanzen vorkommen und meist sehr giftig sind. In Österreich wurden diese Substanzen kürzlich durch die Verunreinigung von Bio-Hirse mit Stechapfelsamen bekannt. Die vom so genannten Mutterkornpilz produzierten Alkaloide sind hauptsächlich aus dem Mittelalter bekannt, wo mit Mutterkorn verseuchtes Getreide immer wieder zu massenhaften Vergiftungen ganzer Dörfer und Städte führte. In den Jahren 1926 und 1927 kam es in der Sowjetunion ebenfalls zu Massenvergiftungen durch mutterkornhaltiges Brot. Seitdem stellt Mutterkorn in Europa keine Gefahr mehr für die Gesundheit der Menschen dar, wenn kein ungereinigtes Getreide verzehrt wird. Da heute zunehmend ungemahlenes Getreide konsumiert wird, kann es jedoch bei ungereinigtem Roggen aus Direktverkäufen zu Vergiftungen kommen.

Mit Hilfe eines modernen Massenspektrometers gelang Prof. Krska bereits die erfolgreiche Entwicklung einer Methode zum gleichzeitigen Nachweis von 12 Ergot-Alkaloiden. In den kommenden Monaten soll u. a. an der Verfeinerung dieser Methode gearbeitet werden. Da in naher Zukunft innerhalb der EU Grenzwerte für diese Gifte eingeführt werden, ist dieses Thema topaktuell und passt auch hervorragend zum Schwerpunkt Mykotoxinforschung am IFA-Tulln, wo mit dem Firmenpartner Biomin im Technologiezentrum Tulln bereits seit vielen Monaten an dieser Problematik gearbeitet wird. Das Projekt soll auch für den Technopol Tulln neue Perspektiven für die Einbindung der IFA-Forschung in weitere von der Europäischen Kommission finanzierte Projekte bringen. Zu diesem Zweck pendelt Prof. Krska auch regelmäßig zwischen York und Tulln, um weiterhin auch für sein 30-köpfiges Forschungsteam am IFA präsent zu sein.

„Die Internationalität und enge Kooperation von IFA-Wissenschaftern mit europäischen Spitzenforschungseinrichtungen sind Garant für die weitere positive Entwicklung des Technopol Tulln“, bestätigt auch Landeshauptmannstellvertreter Ernest Gabmann. Das Jahr 2006 war übrigens eines der erfolgreichsten in der Karriere von Prof. Krska und seinem Team: Mit dem Gewinn des „Dr. Wolfgang Houska Preises“ sowie von vier weiteren Auszeichnungen wurden insgesamt mehr als 70.000 Euro Preisgeld lukriert. Der Technopol Tulln ist einer von drei Technopolen in Niederösterreich. Tulln konzentriert sich auf die Agrar- und Umweltbiotechnologie, Krems auf die Biomedizin und Wiener Neustadt auf „Modern Industrial Technologies“.

Nähere Informationen: ecoplus, Mag. Ursula Grabner, Margarete Pachernig, Telefon 01/513 78 50-24, e-mail u.grabner@ecoplus.at, m.pachernig@ecoplus.at.


Zu diesem Artikel gibt es eine unterstützende Audiodatei. Diese ist zum Download nicht mehr verfügbar. Bitte wenden Sie sich an: presse@noel.gv.at

RÜCKFRAGEHINWEIS

Amt der Niederösterreichischen Landesregierung
Landesamtsdirektion - Pressedienst
E-Mail: presse@noel.gv.at
Tel: 02742/9005-12163
Fax: 02742/9005-13550
Landhausplatz 1
3109 St. Pölten
© 2017 Amt der NÖ Landesregierung