27.04.2006 | 16:35

Verkehrsfreigabe der S 1 Vösendorf - Schwechat

Pröll: Neue Periode in Verkehrspolitik der Ostregion

Nach einer Bauzeit von viereinhalb Jahren konnte heute das rund 16,2 Kilometer lange Teilstück Vösendorf – Schwechat Süd im Zuge der S 1 Wiener Außenring-Schnellstraße für den Verkehr freigegeben werden. Morgen, Freitag, 28. April, wird das Straßenstück um 6 Uhr früh in Betrieb genommen. Am heutigen Festakt nahm seitens des Landes Niederösterreich Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll teil.

„Mit dem heutigen Tag beginnt in der Ostregion eine neue Periode in der Verkehrspolitik“, betonte Pröll. So gewinne durch die Fertigstellung dieses Teilstücks der S 1 die gesamte Region an Standortqualität und Lebensqualität. Mit dem Teilstück Süßenbrunn – Korneuburg, mit dessen Bau noch heuer begonnen wird, werde die Grundlage für die Anbindung an die Nordautobahn geschaffen. Dadurch sei künftig eine Verbindung im höchstrangigen Straßennetz mit den Nachbarn im neuen Europa möglich, so Pröll.

Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel bezeichnete die heutige Verkehrsfreigabe ebenfalls als „große Veränderung in der Ostregion“; Vizekanzler Hubert Gorbach hielt fest, dass der heute eröffnete Straßenabschnitt 8 Monate früher als ursprünglich geplant freigegeben werden konnte.

Das heute eröffnete Teilstück verbindet im Abschnitt Vösendorf – Schwechat die A 2 Südautobahn mit der A 4 Ostautobahn. Durch die Fertigstellung dieser Teilstrecke werden sowohl niederösterreichische Gemeinden als auch die A 23 Südosttangente entlastet. Die Kosten für dieses Teilstück belaufen sich auf 430 Millionen Euro. Die Strecke umfasst als Großprojekte 5 Tunnel mit einer Gesamtlänge von rund 4 Kilometern, 15 Brückenbauwerke, 6 Grünbrücken und 8 Anschlussstellen. Die gesamte Strecke ist im Freiland vierstreifig, wobei zur Mittelstreifenabsicherung Betonleitwände vorhanden sind. In den Tunneln ist die Strecke zweiröhrig. Die Tunnel verfügen unter anderem über Notruf und Feuerlöschnischen, Videoüberwachung, helle Beleuchtung und Beschichtung sowie Bordsteinreflektoren. Zusätzlich wurde in den Tunneleinfahrtsbereichen ein Tageslichtsystem entwickelt. Die zentrale Überwachung der Tunnel erfolgt durch die Überwachungszentrale Kaisermühlen. Auf der gesamten Freilandstrecke gibt es zudem eine durchgehende Beleuchtungsanlage mit über 500 Lichtmasten. Für eine optimale Verkehrssteuerung sorgt eine so genannte Verkehrsbeeinflussungsanlage, welche die Verkehrsdichte pro Fahrstreifen erfasst und an die Asfinag-Informationszentrale weiterleitet. Damit soll unter anderem eine Reduzierung der Unfallzahlen, eine Reduzierung von Emmissionen oder auch die Weitergabe von Verkehrsinformationen an die Autofahrer ermöglicht werden.

Die S 1 ist das erste Straßenbauprojekt in Österreich, das einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) unterzogen wurde. Es wurden 45 Bescheide und Verordnungen mit insgesamt 1.280 Teilauflagen erlassen. Im Sinne der Archäologischen Denkmalpflege wurden im Zuge des Baues der S 1 ca. 37 Hektar Verdachtsflächen einer archäologischen Untersuchung unterzogen. Im Bereich Schwechat konnte dabei Siedlungstätigkeit bis 5000 vor Christus nachgewiesen werden, im Raum Laxenburgerstraße wurden Funde aus dem 7. und 8. Jahrhundert nach Christus gesichert.

Der Ausbau der S 1 zwischen Vösendorf und Schwechat soll zur Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen; Prognosen zufolge werden im Jahr 2015 täglich bis zu 50.000 Kraftfahrzeuge die S 1 zwischen Vösendorf und Schwechat benutzen. Mit der S 1 werden auch die vom Land Niederösterreich mit einem Kostenaufwand von 65 Millionen Euro fertig gestellten rund 10,5 Kilometer langen Ortsumfahrungen Himberg, Maria Lanzendorf und Leopoldsdorf verkehrswirksam. Durch diese Umfahrungen können täglich rund 25.000 Kraftfahrzeuge aus den Ortsdurchfahrten verlagert werden.

Im Sommer dieses Jahres wird als nächster Abschnitt das 23,5 Kilometer lange S 1-Teilstück Süßenbrunn – Korneuburg in Angriff genommen. Die Fertigstellung dieses Teilstücks ist für 2009 geplant; die Kosten belaufen sich auf ca. 680 Millionen Euro. Für den technisch schwierig zu errichtenden S 1-Abschnitt Schwechat – Süßenbrunn laufen derzeit im Rahmen der UVP-Vorbereitungen die Planungen. Dieser Abschnitt soll 2009 begonnen und 2015 fertig gestellt werden. Hier werden sich die Kosten auf rund 1,6 Milliarden Euro belaufen.


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