19.04.2006 | 14:31

20 Jahre nach Tschernobyl

Plank: Nein zu Atomstrom alleine ist zu wenig

„Vor 20 Jahren gab es den schrecklichen Reaktorunfall in Tschernobyl, dessen Folgen wir bis heute noch spüren. Die Frage der Nutzung von Kernenergie war und ist für Niederösterreich kein Thema. Ein Nein zum Atomstrom alleine ist jedoch zu wenig. Die erneuerbaren Energieträger gewinnen für uns, neben der Nutzung der fossilen Energie, immer mehr an Bedeutung. Niederösterreich setzt massiv auf den umfassenden Einsatz und die Förderung von alternativen Energieformen. Daneben wollen wir auch das Thema Energiesparen immer mehr in den Blickpunkt rücken“, meinte heute Umwelt-Landesrat Dipl.Ing. Josef Plank.

Niederösterreich kann mit Stolz auf seine Biomasseinitiative im Bereich der Nah- und Fernheizwerke verweisen: 280 Anlagen mit über 320 MW Kesselleistung beliefern ca. 14.000 Kunden. Dafür werden rund 1,5 Millionen Schüttraummeter an Brennstoff aus Niederösterreichs Wäldern verbraucht. Neben der Wärmegewinnung ist auch die Stromgewinnung aus biogenen Grundstoffen ein weiterer Schwerpunkt: Mit Ende 2005 waren 48 Biogasanlagen mit 17 MW Leistung in Betrieb.

Die installierten Biomasse- und Biogasanlagen produzieren derzeit ca. 3 Prozent, die Windkraftanlagen ca. 7 Prozent des in Niederösterreich verbrauchten Stromes. Bis 2007 sollen in Niederösterreich Ökostromanlagen mit ca. 1.000 GWh in Betrieb sein. „Damit könnten wir 12 bis 14 Prozent des Gesamtstromverbrauches in unserm Bundesland abdecken. Dazu ist allerdings ein offensiver Ansatz im Bereich des Ökostromgesetzes notwendig. Der derzeitige Vorschlag ist bei weitem unzureichend“, fordert Plank Planungs- und Rechtssicherheit für die Anlagenbetreiber und somit auch gesicherte Einspeisetarife. Seit dem Inkrafttreten des Ökostromgesetzes im Jahr 2002 hat sich der Marktpreis für Strom massiv erhöht. Der Förderbedarf sinkt kontinuierlich. Die Anlagen werden ständig effizienter und liegen gerade am Sektor Windkraft bereits im Bereich der Marktreife. „Dort können wir darauf verweisen, dass seit 2003 die Erzeugertarife im Vergleich zum Einspeisetarif um 63 Prozent auf derzeit 1,98 Cent pro KWh gesunken sind. Derartige positive Entwicklungen werden wir in Niederösterreich auch weiterhin forcieren“, so Plank abschließend.

Weitere Informationen: Büro LR Plank, Telefon 02742/9005-12701, e-mail christian.milota@noel.gv.at.


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