23.02.2006 | 13:09

Spielsucht: Kranzl fühlt sich durch Umfrage bestätigt

Rund 400.000 ÖsterreicherInnen sind von Spielsucht betroffen

Niederösterreichs Landesrätin Christa Kranzl informierten heute in Wien zum Thema „Schuldenfalle Spielsucht - Nein zur Ausweitung des ‚Kleinen Glückspiels’ in Österreich“. Drei Viertel der niederösterreichischen Bevölkerung lehnen Glückspielautomaten grundsätzlich ab: Das sei das wichtigste Ergebnis einer IFES-Umfrage im Jänner 2006 gewesen, und „durch diese eindeutige, klare Aussage der Bevölkerung fühle ich mich in meiner Haltung bestätigt, am bestehenden Verbot des ‚Kleinen Glückspiels’ festzuhalten“, stellte Kranzl fest. Dieses Verbot verhindere in Niederösterreich das Aufstellen und den Betrieb von Glückspielautomaten. Detailergebnisse dieser Umfrage würden auch zeigen, dass die Frauen noch stärker gegen die Zulassung des „Kleinen Glückspiels“ seien: 78 Prozent würden Glückspielautomaten ablehnen, 82 Prozent seien gegen Spielhallen. Aber auch die Jugendlichen hätten bestätigt, dass sie mit ihrem Einsatz gegen die Aufstellung und den Betrieb von Glückspielautomaten richtig liege: 80 Prozent der bis 19-Jährigen seien dieser Meinung.

Das NÖ Spielautomatengesetz 1982 erlaube nur das Aufstellen und den Betrieb von Geschicklichkeitsspielautomaten ohne eine Gewinnmöglichkeit. Die Aufstellung und der Betrieb von Geldspielautomaten seien aber ausnahmslos verboten, erläuterte Kranzl. Wenn aber argumentiert werde, dass mit der geplanten Liberalisierung des Spielbetriebs gleichzeitig auch der Jugendschutz in Niederösterreich verschärft werde, so würde, so Kranzl, „genau das Gegenteil passieren: Gerade durch Spielhöllen und Spielcasinos wird nämlich die Verführung der Jugend zum Spiel, die Gefahr der Spielsucht und - daraus folgend - die Verschuldung noch verstärkt“.

In drei Bundesländern, wo das „Kleine Glückspiel“ erlaubt sei, sei die Zahl der Spielsüchtigen exorbitant gestiegen; in der Steiermark habe sich diese Zahl sogar verzehnfacht. „4 bis 6 Prozent aller ÖsterreicherInnen sind von der Spielsucht betroffen, also rund 400.000 Menschen“, schlug Kranzl Alarm, „und 50.000 Menschen in Österreich sind bereits pathologische, also schwer abhängige Spieler“.


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