02.02.2006 | 10:31

Der Feinstaub, der mit der Kälte kam

2006 vermutlich mehr Überschreitungen als erlaubt

Die tiefen Temperaturen im Jänner haben nicht nur die Heizkosten in schwindelnde Höhen steigen lassen, sondern sich auch ungünstig auf die Belastung durch Feinstaub ausgewirkt. Dabei haben Feinstaubimport und Wetter zusammengewirkt: Mit den für die tiefen Temperaturen verantwortlichen Hochdruckgebieten traten austauscharme, teils windschwache Wetterbedingungen auf, die die natürliche Verdünnung der Luftschadstoffe in der Atmosphäre erheblich beeinträchtigten. Temperaturinversionen verstärkten diesen Effekt noch: An vielen Tagen war es in mittleren Höhen wesentlich wärmer als am Boden im Flachland.

Wegen der tiefen Temperaturen war auch der heimische Energieverbrauch sehr hoch, wobei besonders der Hausbrand als erheblicher Feinstaubemittent gilt. Auf Grund des „strengen Winters“ mit viel Schnee und Glatteis kamen auch große Salzmengen und Streugut zum Einsatz. Auf den inzwischen großteils trockenen Straßen und Gehwegen führt das nun durch das Aufwirbeln zu Feinstaubbeiträgen.

Das alles hat zu einer auffälligen Häufigkeit von Überschreitungen des Grenzwertes geführt. Dieser Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft, der pro Messstelle bis zu 30 Mal pro Jahr überschritten werden darf, wurde im Jänner 2006 bis zu 21 Mal überschritten. Dieser Wert wurde an der B 14 in Klosterneuburg erhoben. Aber auch in Wiener Neustadt stieg der Tagesmittelwert der Feinstaubbelastung 18 Mal über 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Zum Vergleich: Im warmen Jänner des Vorjahres wurde in Wiener Neustadt und Mödling jeweils nur eine Überschreitung registriert. Die Schwerpunkte der Feinstaubbelastung befinden sich wie immer im Umland von Wien und den Ballungsräumen von Niederösterreich.

Landesrat Dipl.Ing. Josef Plank legte bereits Ende 2005 ein umfangreiches Maßnahmenpaket vor. Studien zeigen, dass dem Problem nur im internationalen Gleichschritt wirkungsvoll entgegengetreten werden kann. Der heimische Anteil an den Möglichkeiten zur Feinstaubsanierung ist zwar wichtig, die Meinung, nur durch regionale Maßnahmen sei das Problem in den Griff zu bekommen, ist jedoch unrealistisch.

Bei Schwefeldioxid und Stickstoffdioxid wurden im Jänner wie auch in den Vormonaten keine Grenzwertüberschreitungen gemessen. Der höchste Einzelwert der Stickstoffdioxidbelastung wurde am verkehrsbelasteten Europaplatz in St. Pölten mit 185 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft als Halbstundenmittelwert beobachtet.

Weitere Informationen: Telefon 02252/9025-11440, 11450.


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