19.01.2006 | 09:29

Lehrgang zum Umgang mit Problemen des Menschenhandels

Mikl-Leitner: Wissen muss möglichst breit verankert werden

In der Fachhochschule St. Pölten, konkret im Studiengang Sozialarbeit, wird seit Herbst 2005 erstmals ein Lehrgang angeboten, der die TeilnehmerInnen für den Umgang mit Problemen des Menschenhandels sensibilisieren soll. Die dabei zum Einsatz kommenden Sensibilisierungs- und Ausbildungsmodule wurden im Rahmen des vor zwei Jahren gestarteten Projekts W.E.S.T. – Women East Smuggling Trafficking entwickelt, welches von der niederösterreichischen Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner unterstützt wird. „Wissen über Gründe und Auswirkungen des Menschenhandels sind wichtige Grundlagen, damit wir diesem steigenden Problem besser begegnen können. Es ist notwendig, dieses Wissen möglichst breit zu verankern, damit Opfer rascher erkannt werden und Schutz und Hilfe, Beratung und Wiedergutmachung erhalten können“, so Mikl-Leitner über Sinn und Zweck dieses neuen Lehrgangs.

Der als Projektstudium eingerichtete Lehrgang dauert insgesamt drei Semester, ist berufsbegleitend und soll Menschen, die bereits in der Sozialarbeit tätig sind, als Zusatzausbildung dienen. Aktuell wird der Lehrgang von zwölf Personen besucht, von denen elf weiblichen Geschlechts sind. Den StudentInnen werden eine umfassende Aufarbeitung theoretischer Erkenntnisse sowie praktische Anwendungen geboten. So können sie beispielsweise von den europaweiten Kontakten aus dem Projekt für Praktika oder Auslandssemester profitieren, Recherchen und Fallstudien durchführen oder Unterstützung bei der Entwicklung von Präventionsmaßnahmen erhalten.

Im demnächst beginnenden zweiten Semester des Lehrgangs stehen diverse Forschungsarbeiten im Mittelpunkt, im dritten Semester wird es schließlich unter anderem um die Präsentation dieser Ergebnisse gehen. Bis zum Abschluss des Lehrgangs ist ein Einstieg nicht mehr möglich; eine Fortsetzung des Projektstudiums auch in Zukunft wird allerdings nicht ausgeschlossen.

Zudem soll nach Beendigung dieses ersten Lehrgangs österreichweit ein Lehrbuch für SozialarbeiterInnen auf den Markt kommen. Wer sich für die Bekämpfung des Menschenhandels interessiert, hat derzeit aber auch die Möglichkeit, an Veranstaltungen zum Thema teilzunehmen. Über Angebote informiert das Projekt W.E.S.T., das generell die Verbindung illegaler Migration mit dem Menschen- und Frauenhandel im Gebiet Alpen-Adria-Donauraum, Mittel- und Südosteuropa untersucht und unter anderem aus den Mitteln der Europäischen Kommission und des Landes Niederösterreich gefördert wird.

Nähere Informationen: W.E.S.T., e-mail office@westinfo.at, www.westinfo.at.


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