02.12.2005 | 14:16

Fünf Jahre Cochlea-Implantzentrum im Landesklinikum

Niederösterreichs einzige Abteilung für Cochlea-Implantate im Landesklinikum St. Pölten besteht seit fünf Jahren; dieses Jubiläum stand heute im Sitzungssaal des Landtages in St. Pölten im Mittelpunkt eines Festaktes.

Ein Cochlea-Implantat ist ein hochtechnologisches medizinisches Gerät, das den Hörnerv im Innenohr elektrisch stimuliert. Diese Stimulation ermöglicht tauben und hochgradig schwerhörigen Menschen, akustische Signale wahrzunehmen. Sprache und Geräusche aus der Umgebung werden vom Mikrofon am Ohr aufgefangen und an einen Sprachprozessor weitergeleitet. Dieser filtert, analysiert und digitalisiert den Ton in kodierte Signale. Diese werden vom Sprachprozessor über die Sendespule als Signale an das unter der Haut liegende Cochlea-Implantat übertragen. Das Implantat liefert die erforderliche elektrische Energie an den Elektrodenträger an der Innenohrschnecke. Diese Elektroden simulieren die in der Innenohrschnecke noch vorhandenen Nervenfasern, was zu einer Hörwahrnehmung führt.

Nach mehreren Wochen Hörtraining durch LogopädInnen und durch weitere Betreuung lernen Kinder und Erwachsene nach und nach, in und mit der Sprache (wieder) zu leben. Kinder würden die Regelschule besuchen und dort dem normalen Unterricht folgen können; für Erwachsene sei das Verstehen der Sprache ohne Lippenlesen und das Telefonieren möglich, sagte der Leiter der HNO-Abteilung im Landesklinikum, Univ. Prof. Primar Dr. Klaus Böheim. Insgesamt seien im Landesklinikum in fünf Jahren 85 PatientInnen im Alter von 2 bis 82 Jahren operiert worden.

„Ein Fest der Menschlichkeit mit einem familiären Charakter“ nannte Landtagspräsident Mag. Edmund Freibauer diese Feier zum fünfjährigen Bestehen der Abteilung im Landesklinikum St. Pölten. Hier verbinde sich ärztliche Leistung von hoher technischer Präzision mit Spitzenmedizin und perfekter Organisation bei der logopädischen Betreuung. Diese Methode sei als Pionierarbeit in Niederösterreich zu werten. Zugleich sei sie der beste Beweis dafür, dass es in Niederösterreich keine Zweiklassen-Medizin gebe.


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