01.12.2005 | 11:55

Offensive in der Suchtarbeit

Bohuslav: Wir sind am richtigen Weg, aber noch nicht am Ende

Landesrätin Dr. Petra Bohuslav und der Suchtbeauftragte Niederösterreichs, Primar Dr. Bernhard Spitzer, informierten heute im Landhaus in St. Pölten über die Offensive in der niederösterreichischen Suchtarbeit. 2004 hätte die Zahl der Suchttoten dramatisch zugenommen, berichtete Bohuslav. Das Land Niederösterreich habe daraufhin auf vielen Ebenen massiv gegengesteuert. Immerhin gebe das Land 2006 für die Suchtarbeit rund 2,3 Millionen Euro aus. Mittlerweile habe man einen Teilerfolg verzeichnet: Die Zahl der Drogentoten in Niederösterreich ist im Zeitraum von 2004 auf 2005 von 28 auf 21 zurückgegangen. „Wir sind also auf dem richtigen Weg, aber noch nicht am Ende des Weges“, so Bohuslav.

Der NÖ Suchtplan, der 2000 beschlossen wurde, habe drei Säulen, die Vorbeugung, die Beratung und die Therapie, die natürlich koordiniert werden müssen, erläuterte Bohuslav. Ein wichtiger Schritt sei dabei gewesen, eine zentrale Fachstelle für Suchtvorbeugung zu schaffen, die u. a. in 238 Veranstaltungen in Kindergärten und Schulen, bei Elternabenden, in Gemeinden und vor PädagogInnen rund 13.000 Menschen erreicht habe. Man habe die Schulsozialarbeit weiter forciert und neue Streetworker-Projekte für den Einsatz bei Veranstaltungen oder in öffentlichen Räumen geschaffen. Mit „Checkpoint“ sei jetzt in verschiedenen Diskotheken eine erste Anlaufstelle für Jugendliche vorhanden; pro Nacht würden sich dadurch 70 bis 80 Gespräche ergeben. Wichtig sei die Aufklärungsarbeit - mit dem Programm „Stoff genug“ – auch in den Stellungskommissionen, wo zudem ein Folder verteilt wird. Auch die Stunde, „Belehrung“ genannt, beim Bundesheer diene zur Vorbeugung; das Land habe sich hier „hineinreklamiert“, merkte Bohuslav an.

Die zweite Säule seien die Drogenberatungsstellen, hier könne man persönlich vorbeischauen oder jederzeit telefonisch Auskünfte einholen: Bisher gab es voll ausgebaute Stellen nur in Baden und Lilienfeld. Vor kurzem wurden weitere Drogenberatungsstellen in Neunkirchen und Horn eröffnet. In Bruck an der Leitha ist eine Beratungsstelle ab morgen in Betrieb. Weitere derartige Einrichtungen werden laut Bohuslav in Gänserndorf, Wiener Neustadt, Klosterneuburg und Tulln geschaffen. Zudem wurde eine neue Hotline für Angehörige von Drogenabhängigen eingerichtet.

Bei 4.000 bis 5.000 Suchtkranken in Niederösterreich suchen 80 Prozent eine Betreuung, ergänzte Dr. Spitzer. Das Landesklinikum Mostviertel in Mauer bei Amstetten als Zentralstelle hat derzeit 20 Suchtbetten, im Frühjahr 2006 wird auf 30 Suchtbetten aufgestockt.


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