31.08.2005 | 13:27

LR Sobotka präsentierte neues „Zeitwertmodell“

„Der momentanen Lebensweise entsprechendes Arbeiten“

Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka stellte heute in St. Pölten das Arbeitszeitmodell „Zeitwertkonto“ vor. Dieses soll in erster Linie eine flexible Einteilung der Lebensarbeitszeit, in weiterer Folge auch eine Reduktion der Arbeitslosenzahlen und eine Erhöhung der Kaufkraft ermöglichen. Nach den Vorstellungen des Niederösterreichischen Arbeiter- und Angestelltenbundes (NÖAAB) sollte das „Zeitwertkonto“ künftig in Niederösterreich bzw. in ganz Österreich zur Anwendung kommen.

Dieses Modell sieht vor, dass geleistete Überstunden und Mehrarbeitsstunden, nicht konsumierte Urlaube, Sonderzahlungen oder auch Pauschalen nicht ausbezahlt, sondern auf ein „Konto“ gelegt und bei Bedarf als arbeitsfreie Zeit etwa in Form einer Altersteilzeit, einer beruflichen Auszeit oder eines vorgezogenen Ruhestandes konsumiert werden. Das Modell bringt laut Landesrat Sobotka zahlreiche Vorteile: „Das neue ‚Zeitwertmodell’ ermöglicht den ArbeitnehmerInnen, ihrer jeweils momentanen Lebensweise entsprechend zu arbeiten. Das erleichtert zum Beispiel lebenslange Weiterbildung oder Kinderbetreuung, denn über die Nutzung des Kontos können die ArbeitnehmerInnen autonom entscheiden.“ Die ArbeitgeberInnen würden dagegen von einem höheren Ausbildungsstand oder auch von der Motivation der MitarbeiterInnen, Mehrleistungen zu erbringen, profitieren. Eine weitere Folge könnte eine stärkere Bindung zum jeweiligen Arbeitgeber sein.

Auch auf den Arbeits- und Kapitalmarkt würde sich die Einführung des „Zeitwertkontos“ insgesamt positiv auswirken, meinte Sobotka. So könnte die höhere Arbeitszeitflexibilität etwa eine Dämpfung der Arbeitslosigkeit bewirken, da ja für die Person, die gerade die ihr zustehende arbeitsfreie Zeit konsumiert, ein Ersatz zum Einsatz kommen müsste. Auch Schwankungen in der Auftrags- und Beschäftigungslage könnten mit diesem Modell ausgeglichen werden. Nachteile würde das Modell „für den flexiblen Arbeitnehmer“ dagegen keine mit sich bringen; die bestehenden Sozialeinrichtungen wie etwa der Anspruch auf Pflegeurlaub würden durch die neuen Regelungen nicht ersetzt.

Im Herbst soll das Modell im Detail Bundeskanzler Dr. Wolfgang Schüssel präsentiert werden. Nach der Anpassung der gesetzlichen Rahmenbedingungen könnte Sobotka sich den Start des Modells in Niederösterreich vorstellen; das Ziel wäre aber eine Einführung des „Zeitwertmodells“ in ganz Österreich. Kennen gelernt hatten Vertreter des NÖAAB das „Zeitwertkonto“ im vergangenen Frühjahr im Rahmen einer Exkursion zum Volkswagen-Konzern in Wolfsburg (Deutschland). Während der Sommermonate war das deutsche Modell von niederösterreichischen Experten geprüft worden.

Nähere Informationen: Büro LR Sobotka, Christian Rädler, Telefon 02742/9005-12319, e-mail christian.raedler@noel.gv.at.


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