29.08.2005 | 11:34

„Capella speciosa“ ab Mai 2006 in Klosterneuburg

Erster gotischer Bau Österreichs nach 200 Jahren wieder sichtbar

Im Stift Klosterneuburg werden derzeit in der größten wissenschaftlichen Grabung seit mehr als 50 Jahren die Grundmauern der „Capella speciosa“, der Hauskapelle des vorletzten Babenbergerherzogs Leopold VI., ergraben und konserviert. Ab Mai 2006 werden die Überreste der Kapelle, die den gotischen Baustil nach Österreich brachte, als zusätzliche Besucherattraktion des Klosterneuburger Kulturprojekts zu besichtigen sein.

Die „Capella Speciosa“, zeitgleich mit der königlichen Krönungskapelle in Reims entstanden und wie diese offensichtlich von französischen Bauleuten ausgeführt, wird von Kunsthistorikern zu den bedeutendsten Schöpfungen der Gotik gezählt. Nach dem 1787 von Kaiser Josef II. verordneten und 1799 durchgeführten Abbruch wurden das Kapellenportal und die Säulenkapitelle nach Laxenburg gebracht und dort in die Franzensburg eingebaut; die Grundmauern verschwanden unter der Erde des Stiftsplatzes.

Das neue Klosterneuburger Kulturprojekt sieht nun vor, dass sich die Besucher im Rahmen einer Besichtigung dreifach mit der „Capella speciosa“ beschäftigen können: Im Eingangsbereich zwischen Riesensaal und Unterer Kaiserstiege, wo die Geschichte des Stiftes kurz dargestellt werden soll, wird es eine Computeranimation der marmorsteinernen Kapelle nach den neuesten Forschungsergebnissen geben. Auf dem Stiftsplatz werden die Besucher erstmals seit mehr als 200 Jahren durch die wieder sichtbar gemachten Grundmauern gehen können. Im Ausstellungsraum beim Kreuzgang schließlich werden neben anderen mittelalterlichen Kostbarkeiten auch die erhalten gebliebenen Apostelfiguren aus Holz erstmals der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Nähere Informationen beim Stift Klosterneuburg unter 02243/411-214, Dr. Peter Schubert, e-mail verlag@stift-klosterneuburg.at.


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