27.04.2005 | 12:25

Enquete zum Thema „Gesunde Arbeitswelt“

Schabl: 50 Prozent aller Erkrankungen beginnen in der Arbeitswelt

Nicht der wirtschaftliche Nutzen sei allein entscheidend, sondern die Sicherheit und die Gesundheit sollen gemeinsam die wesentlichsten Ziele werden, sagte heute Landesrat Emil Schabl in Wiener Neustadt bei der Enquete „Gesunde Arbeitswelt“, mit der auch auf das einjährige Bestehen der NÖ Plattform „Betriebliche Prävention und Gesundheitsförderung“ aufmerksam gemacht wurde. Die Grundlage für diese Plattform ist die von der EU ausgehende Definition der betrieblichen Gesundheitsförderung, die alle gemeinsamen Maßnahmen von ArbeitgeberInnen, ArbeitnehmerInnen und der Gesellschaft zur Verbesserung der Gesundheit und zu mehr Wohlbefinden am Arbeitsplatz umfasst. Dementsprechend weit gestreut sind die Plattform-Mitglieder: Vom Land Niederösterreich über die Arbeiterkammer Niederösterreich und die „blau-gelbe“ Ärztekammer bis zur Sozialversicherungsanstalt der Bauern reicht die Palette.

Rund 50 Prozent aller Erkrankungen hätten ihre mittelbare oder unmittelbare Ursache in der Arbeitswelt, meinte Schabl. Durch betriebliche Prävention und Gesundheitsförderung könnten jedoch österreichweit jährlich rund 3,6 Milliarden Euro eingespart werden. Für Niederösterreich bedeute dies eine Minderbelastung von etwa 700 Millionen Euro pro Jahr, machte Schabl auf die finanzielle Dimension arbeitsbedingter Erkrankungen aufmerksam.

Das Ziel der NÖ Plattform mit ihm als deren Vorsitzendem sei jedenfalls, mehr Gesundheit und mehr Sicherheit für die arbeitenden Menschen in die Betriebe zu bringen. Die Unternehmen würden dadurch mehr Qualität, mehr Wirtschaftlichkeit und damit auch mehr Gewinn erzielen. Der Bund, die Länder und die Gemeinden würden durch mehr Steuereinnahmen profitieren und müssten weniger Geld für Gesundheit und Sozialleistungen aufbringen. „Das würde der gesamten Gesellschaft beim Gesundheitswesen Einsparungen von 25 bis 30 Prozent bringen“, meinte Schabl. Eine alternsgerechte Arbeitswelt für alle Altersgruppen sei dabei das übergeordnete Ziel.


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