06.10.2004 | 12:33

Wohnungsbedarfprognose 2008 präsentiert

Prokop: Niederösterreich braucht 12.040 neue Wohnungen pro Jahr

Der Wohnbau sei in Niederösterreich ein Instrument der Politik für die Bereiche Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Umwelt, Regional- und Strukturpolitik, Familien-, Gesellschafts- und Sozialpolitik, sagte Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop heute in St. Pölten bei der Präsentation der Wohnungsbedarfprognose 2008.

Speziell das heurige Jahr stehe ganz besonders im Zeichen des Wohnbaus, so Prokop weiter: Die neue Wohnbauförderung laufe hervorragend und erreiche voll das Ziel, Wohnbau als Lenkungsinstrument für Energiesparen einzusetzen. Beim Finanzausgleich sei es gelungen, die Wohnbauförderungsmittel außer Streit zu stellen, hier stünde auch weiterhin ein Gesamtinvestitionsvolumen von 1,4 Milliarden Euro pro Jahr zur Verfügung. Das neue Wohnbaugesetz, das demnächst in Begutachtung gehe, reduziere die Zahl der Paragrafen von 77 auf 20, sei lesbarer und operiere mehr mit kurzfristig änderbaren Richtlinien.

Die Wohnungsbedarfprognose 2008 bezeichnete Prokop als wichtige Basis für bedarfsgerechten Wohnbau. Aus den Parametern Bevölkerungs- und Haushaltsentwicklung sowie Entwicklung der Wohnversorgung und Neubauleistung ergebe sich in Niederösterreich ein jährlicher Bedarf von 12.040 Wohnungen bis zum Jahr 2008. Die erforderliche Neubauleistung an geförderten Wohnungen liege pro Jahr bei 7.890 (71,4 Prozent).

Die Zahl der Haushalte habe sich in den Jahren von 1991 bis 2001 um 12,1 Prozent erhöht, die Bevölkerung sei hingegen nur um 4,9 Prozent gewachsen. Bei den Ein-Personen-Haushalten habe es dabei eine Steigerung von rund 28 Prozent und bei den Zwei-Personen-Haushalten von rund 17 Prozent gegeben. Die Zahl der Haushalte ab 4 Personen habe um 1,2 Prozent abgenommen.

Durchschnittlich betrage die Größe einer Wohnung derzeit ca. 98 Quadratmeter, Ein-Personen-Haushalte sind im Schnitt 92 (im städtischen Bereich 81) Quadratmeter groß. Laut Wohnungsbedarfprognose 2008 liege der Bedarfsanteil für Single-Wohnungen in den kommenden Jahren bei 42 Prozent, wobei regional enorme Unterschiede von 21 Prozent im Bezirk Waidhofen an der Thaya bis 59 Prozent in der Stadt Wiener Neustadt auftreten, so Prokop.

Ebenso regional stark unterschiedlich verhalte sich der Bedarf nach Mehr- oder Einfamilienhäusern, landesweit betrage das Verhältnis 40 : 60 (Bezirk Gmünd etwa 20 : 80, Stadt Krems 74 : 26). Daraus resultiere eine erforderliche Neubauleistung für geförderte Mehrfamilienhäuser von 3.170 bzw. Einfamilienhäuser von 4.720 Einheiten pro Jahr, so Prokop.


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