01.10.2004 | 13:07

Landesschulrat Stricker zur OECD-Studie

„Oberflächliche Betrachtung des ‚Akademikermangels’“

Die kürzlich veröffentlichte OECD-Studie zum Thema „Hochschulbildung und Arbeitsmarkt – Trendanalysen und internationaler Vergleich“ bescheinigt Österreich eine zu geringe Akademikerquote bzw. einen Akademikermangel. Für den Amtsführenden Präsidenten des NÖ Landesschulrates, Adolf Stricker, ist man jedoch mit einer wenig differenzierten und oberflächlichen Betrachtungsweise an die Studie herangegangen. Beispielsweise seien die mehr als 100.000 Pflichtschullehrer und die Absolventen des höheren berufsbildenden Schulwesens in Österreich nicht in der Quote enthalten. „Die Absolventen unseres berufsbildenden Schulwesens sind Fachkräfte, die beste berufliche Perspektiven in der Wirtschaft haben. Die Qualifikationen sind durchaus mit denen internationaler akademischer Absolventen vergleichbar. Darauf nimmt die Studie keine Rücksicht!“, so Stricker.

Das „Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft“ (ibw) kritisiert neben der Vernachlässigung der Struktur von Hochschulstudien in der OECD-Studie auch die Nicht-Berücksichtigung der beruflichen Wertigkeit von Hochschuldiplomen, die in jedem Land unterschiedlich sei. „Auf der einen Seite wird mit Bezug auf das Ausland auf eine zu geringe Akademikerquote in Österreich verwiesen, auf der anderen Seite stehen Schlagzeilen über sich verschlechternde Berufsmöglichkeiten der Absolventen“, meint dazu ibw-Präsident Dr. Michael P. Walter. Das jährliche Neuangebot an Hochschulabsolventen sei in den letzten Jahren um fast 60 Prozent gewachsen. Während es im Studienjahr 1990/1991 lediglich 10.600 Absolventen gab, waren es 2001/2002 bereits 17.100. Diesem Angebot an Akademikern stehe die derzeit schwache Konjunktur im privaten Beschäftigungssektor sowie die Sättigung des öffentlichen und öffentlich finanzierten Sektors gegenüber.

Von einer wachsenden Nachfrage nach Hochschulabsolventen könne künftig besonders in den Bereichen Technik und Naturwissenschaften ausgegangen werden. Vor allem in den anwendungsbezogenen Bereichen, die keinen Abschluss eines traditionellen Diplom- oder Doktorratsstudiums erfordern, würden Fachkräfte benötigt. Durch die Fachhochschulentwicklung seit 1994 und die zunehmende Umsetzung des international üblichen dreigliedrigen Graduierungssystems mit den Abschlüssen Bakkalaureus, Magister und Doktor durch die Universitäten seien in diesem Zusammenhang bereits wichtige Schritte gesetzt worden.

Nähere Informationen: Landesschulrat für Niederösterreich, 3109 St. Pölten, Rennbahnstraße 29, Wolfgang Juterschnig, Telefon 02742/280-5000.


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