06.08.2004 | 11:09

Im Marchfeld sind rund 1.000 Altablagerungen vorhanden

Untersuchung Ende 2004 fertig

Die Abteilung Wasserwirtschaft des Amtes der NÖ Landesregierung prognostiziert, dass im Marchfeld mit 900 Quadratkilometer Gesamtfläche rund 1.000 Altablagerungen vorhanden sind. Davon sind, so schätzt man, rund 5 Prozent höher gefährlich und müssen weiter untersucht werden.

Die Abteilung Wasserwirtschaft hat 1999 einer Arbeitsgemeinschaft den Auftrag gegeben, im wasserwirtschaftlich bedeutenden Marchfeld Altablagerungen systematisch flächenhaft zu erfassen. Diese Untersuchung, benannt SEAM (Systematische Erfassung von Altablagerungen im Marchfeld), ist mittlerweile in drei von vier Teilgebieten abgeschlossen und wird bis Ende 2004 fertig gestellt.

Die ARGE sollte die Erfassungsarbeiten und eine Risikobewertung durchführen sowie eine geeignete Datenbank entwickeln. Grundlagen sind zudem die historischen Luftbilder, die das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen seit den fünfziger Jahren zum Zwecke der Herstellung von Karten aufgenommen hat. Auf den historischen Luftbildern erkennt man nämlich alte Gruben, die heute oft versteckt liegen, früher aber als offene Deponien, Schottergruben, Altarme oder als lästige Gräben sichtbar waren. Die stereoskopische Interpretation dieser Bilder bringt einerseits grundlegende Informationen über die jeweilige Fläche, z.B. die Ablagerungsform, die Verfüllung und die Nutzung, andererseits wird mit entsprechenden Auswertegeräten die genaue Lage und die Mächtigkeit der Ablagerungen bei den jeweils ausgewählten Flächen mit einer Genauigkeit von etwa einem Meter gemessen.

Bei einem systematischen Aktenstudium beim Amt der NÖ Landesregierung und bei den Bezirkshauptmannschaften werden alle Daten zu Deponien, Ablagerungen und über die Gewinnung von Materialien gesichtet und Informationen darüber gesammelt. Für die Beurteilung, wie gefährlich jede einzelne Ablagerung ist, sind neben Informationen zur Ablagerung auch solche zu den hydrogeologischen und geologischen Standortbedingungen, zu den nahebei befindlichen Trinkwasserbrunnen, zu den in der Nähe vorbeiführenden Gewässern oder zur Bebauung notwendig.

Es wird aber nicht nur im Marchfeld geforscht. Für das Traisental ist ein derartiges Projekt bereits abgeschlossen, hier wurden alle Altablagerungen erfasst. In der Mitterndorfer Senke mit den riesigen, gefährlichen „Löchern“ der Fischer-Deponie in Theresienfeld und der Berger-Deponie in Weikersdorf hat man die Nachforschungen bereits begonnen. Untersuchungen sind noch im Tullnerfeld und im Grundwassergebiet der Forstheide bei Amstetten geplant.

Aber nicht nur von alten Deponien, sondern auch von ehemaligen Industriestandorten können Gefährdungen für die Umwelt ausgehen. Hier müssen aber andere Quellen herangezogen werden. Noch heuer wird die systematische Erfassung von Altstandorten in den Bezirken Mödling und Horn beendet.

Weitere Informationen: Dipl.Ing. Konstanze Mittermayr, Abteilung Wasserwirtschaft, Referat für Altlasten und Verdachtsflächenerfassung, Telefon 02742/9005-14253, e-mail konstanze.mittermayr@noel.gv.at, www.wasseristleben.at.


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