30.07.2004 | 13:27

Nachhaltige Sanierung der Mitterndorfer Senke

„Angerler-Grube“ bei Theresienfeld soll nächstes Jahr geräumt werden

Auch für die so genannte „Angerler-Grube“, eine rund 250.000 Tonnen große Abfallablagerung in unmittelbarer Nähe der Fischer-Deponie, zeichnet sich endlich eine Lösung ab. Der nunmehrige Eigentümer will das Areal selbst sanieren und hat einen entsprechenden Förderungsantrag eingebracht, teilte der für Altlastsanierung zuständige Beamte beim Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft, Dipl.Ing. Christian Holzer, heute im Rahmen einer Pressekonferenz in Theresienfeld mit.

Bekanntlich treten auch aus dieser ehemaligen Schottergrube chlorierte Kohlenwasserstoffverbindungen aus, weshalb die Sperrbrunnenanlage der ehemaligen Fischer-Deponie weiter in Betrieb gehalten werden muss. Eine Zwangsräumung hätte die Gerichte in Anspruch genommen, gut 5 bis 10 Jahre länger gedauert und wäre letzten Endes auf den Steuerzahler zurückgefallen, da vom Verursacher, der Anfang der 80er Jahre in Konkurs ging, nichts zu holen ist.

Diese Lösung, mit Fördermitteln aus dem Altlastsanierungsfonds 95 Prozent der Kosten (rund 24 Millionen Euro) zu übernehmen, wird von Experten des Landes Niederösterreich und des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft nun unter der Voraussetzung befürwortet, dass der nunmehrige Eigentümer den in den 90er-Jahren von ihm selbst konsenslos abgelagerten Bauschutt auf eigene Kosten entfernt. Eine rasche Sanierung ist sowohl im Interesse der Umwelt als auch des Steuerzahlers. Es könnte nicht nur – kostenmindernd – die Infrastruktur für die Räumung der Fischer-Deponie genutzt (Ersparnis 3 Millionen Euro) werden, sondern auch die Sperrbrunnenanlage früher außer Betrieb (Ersparnis pro Jahr 1 Millionen Euro) gehen.

Eine definitive Entscheidung wird voraussichtlich bei der November-Sitzung der Altlastensanierungs-Kommission fallen. Deren Vorsitzender, Umwelt-Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka, hat bereits angekündigt, die Räumung der als Priorität 1 eingestuften „Angerler-Grube“ zu forcieren. Stimmt die Kommission wie erwartet zu, so Holzer, könnten die Arbeiten bereits 2005 beginnen. Spätestens 2007 könnte die Mitterndorfer Senke, das größte Grundwasserreservoir Europas, von den gefährlichsten Kontaminationsquellen befreit sein.

Nähere Informationen: Bezirkshauptmann Dr. Heinz Zimper, Telefon 02622/902 50 oder 0676/552 52 96, Roman Rusy, Informationsmanagement, Telefon 02625/371 64 oder 0699/19 11 26 05.


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