04.05.2004 | 10:27

Feuerbrand wandert weiter nach Osten

Streuobstbau, Baumschulen und öffentliche Grünanlagen betroffen

Feuerbrand ist hochinfektiös, schwer zu bekämpfen und stellt eine ernstzunehmende Gefahr für Kernobst und für Ziergehölze dar. In Österreich wurde Feuerbrand 1993 in Vorarlberg festgestellt und „wandert“ seither in Richtung Osten. 2003 wurden in Niederösterreich bereits 185 positive Fälle verzeichnet.

Sowohl der Erwerbsobstbau, die landschaftsprägenden Streuobstbäume, die in Niederösterreich überwiegend im Mostviertel anzutreffen sind, als auch Baumschulen, landwirtschaftliche Betriebe, Hausgärten und öffentliche Grünanlagen sind davon bedroht. Über größere Entfernungen hinweg wird der Feuerbrand vielfach mit verseuchtem Pflanzmaterial und mit kontaminierten Gegenständen, durch Zugvögel und den Straßenverkehr verbreitet. Im Nahbereich erfolgt die Ausbreitung der Krankheit durch Regen, Wind und Insekten. Ebenso können „mechanische Verletzungen“ wie z. B. Hagelschlag oder Schnittmaßnahmen an den Wirtspflanzen eine Ursache für die leichtere Übertragung der Krankheit sein.

An allen Wirtspflanzen treten die gleichen Symptome auf, jedoch kann ihre Ausprägung je nach dem Zustand der Pflanze, Sorte und Klima unterschiedlich sein. Für Menschen und Tiere besteht keine Gefahr.

Der Amtliche Pflanzenschutzdienst in Niederösterreich ersucht, im Falle eines Verdachts unbedingt den Feuerbrandbeauftragten der Gemeinde zu kontaktieren und die betroffene Pflanze möglichst unberührt zu lassen, da dies eine weitere Gefahr der Übertragung an andere Wirtspflanzen bedeutet.

Wegen der Gefährlichkeit wurde Feuerbrand als Quarantänekrankheit eingestuft und ist deshalb meldepflichtig. Jeder Verdachtsfall ist unverzüglich am jeweiligen Gemeindeamt zu melden. Nur durch frühzeitiges Erkennen dieser Krankheit können Maßnahmen gesetzt werden, um eine flächenhafte Ausbreitung zu verhindern. Befallene Pflanzen werden von geschultem Personal gerodet und verbrannt. Dem Pflanzenbesitzer entstehen keine Kosten. Die Kosten werden von den Gemeinden und dem Land Niederösterreich getragen.

Da Feuerbrand eine Bakterienkrankheit ist, gibt es derzeit keine effizienten Bekämpfungsmittel. Die einzige und bestmögliche Lösung ist das Roden, Ausschneiden und Verbrennen der betroffenen Pflanzen, um ein Übergreifen auf gesunde Pflanzen zu verhindern.

Weitere Informationen: Ing. Christian Haselberger, Telefon 02742/259-2603.


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