19.03.2004 | 11:42

Initiative des Landes gegen Sekten und Kulte

Mikl-Leitner: Neue Droge der Jugendlichen

„Sekten sind kein Randgruppenproblem. Rund ein Drittel aller Jugendlichen interessieren sich für Sekten und Esoterik, acht Prozent sind sektengefährdet“, erklärte Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner heute bei der Präsentation der Studie „Sekten- und Kultgefährdung“ in St. Pölten. Grund, sich einer solchen Gruppierung anzuschließen, sei oft die Suche nach dem Sinn des Lebens. Es gehe nicht darum, die Sekten zu „punzieren“, sondern bei Konfliktfällen gemeinsam zu helfen.

In den letzten Jahren nahmen die Aktivitäten sogenannter „Jugendreligionen“ oder „Kulte“ auch in Niederösterreich zu. Gleichzeitig wurde bekannt, mit welchen Methoden diese Gruppen den freien Willen ihrer Mitglieder unterlaufen. Zu dieser Thematik gibt es von der Sektenstelle des Landes Niederösterreich psychologische Beratung, Betreuung der Angehörigen von Kultmitgliedern sowie Unterstützung ehemaliger Mitglieder bei ihrer Rückkehr ins „normale“ Leben. Außerdem wird in den nächsten Wochen eine Broschüre zu Sekten und Kulten publiziert. Dazu sollen Fachtagungen für Familienrichter abgehalten werden.

Mit zunehmender Tendenz verlassen Jugendliche von einem Tag auf den anderen Familie und Freunde. Die Menschen geben Ausbildung und Arbeit auf, verzichten auf eigene Meinung und individuelle Lebensführung und stellen sich unter die absolute Gewalt einer straff gelenkten Hierarchie. Durch unbedingten Glauben und Gehorsam gegenüber der Person des „obersten Führers“, der sich als Guru, Heiliger, Prophet oder gar als Messias ausgibt, erlangen die Jugendlichen die Illusion, ihre persönlichen Probleme und jene der ganzen Menschheit lösen zu können.

Nähere Informationen: NÖ Sektenstelle, Telefon 02742/9005-16560.


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