16.03.2004 | 13:33

Fischer-Deponie: Jetzt Austausch des kontaminierten Untergrunds

Altlastsanierung geht weiter

Die Fischer-Deponie wird nachhaltig saniert: Jetzt wird auch der kontaminierte Schotter geborgen. Probebohrungen haben bestätigt, dass der Schotter unter der Sohle der Fischer-Deponie knapp östlich von Theresienfeld (Bezirk Wiener Neustadt) mit organischen Stoffen aus der Hausmüllschüttung sowie mit den im Laufe der Jahre aus den abgelagerten Fässern ausgelaufenen Kohlenwasserstoffverbindungen verunreinigt ist. Die Arbeiten sollen bis Juni 2005 dauern, sagten heute Dipl.Ing. Paul Reinberger von der Bezirkshauptmannschaft Wiener Neustadt und der Geschäftsführer der ARGE Räumung Fischer-Deponie, Dipl.Ing. Friedrich Wilhelm Budde. Da bis heute nur bis zu 5 Meter (rund 21 Meter unter Geländeoberkante) genaue Untersuchungen vorliegen, kann die Menge des zu räumenden Untergrunds derzeit nur geschätzt werden. Die Annahmen gehen von 400.000 bis 900.000 Tonnen aus. Für Räumung und Entsorgung des Untergrunds sind 32 bis 37 Millionen Euro budgetiert.

Die Verunreinigung des Schotterkörpers ist von unterschiedlicher Intensität. Teilweise wird der Schotter an Ort und Stelle belassen werden können. An jenen Stellen, wo Fässer direkt in den Schotterkörper eingebracht worden sind, überschreitet die Verun-reinigung aber sogar den Grenzwert für die obertägige Deponierung. Gefährlicher Abfall wird in der Wiener Bodenreinigungsanlage ABW chemisch-physikalisch gereinigt. Schotter, der den Verunreinigungsklassen „Reststoff“ bzw. „Baurestmassen“ entspricht, soll auf Deponien in Wien, Niederösterreich und dem Burgenland entsorgt werden.

Selbst wenn es im Zuge der Räumung des Untergrunds zu einer Nassbaggerung kommt, besteht keine Gefahr, dass vermehrt Schadstoffe in die Mitterndorfer Senke ausgespült werden. Die grundwasserstromabwärts gelegene Sperrbrunnenanlage bleibt nach wie vor voll in Betrieb.

Die 1972 angelegte Fischer-Deponie bei Theresienfeld im südlichen Wiener Becken unterscheidet sich von heutigen Deponien im Wesentlichen durch das Fehlen einer Basisabdichtung. Schadstoffe wurden so im Laufe der Jahrzehnte in den Untergrund ausgewaschen. Nur zum Teil wurden sie vom Grundwasserstrom weitergespült, wesentliche Mengen sind noch in dem direkt unter der Deponie gelegenen Schotter-körper gespeichert. Der in der 760 Meter langen, 80 Meter breiten und im Durchschnitt 18 Meter tiefen Grube abgelagerte Abfall wurde im Rahmen einer Verwaltungsexekution in der Zeit von August 2002 bis Dezember 2003 geräumt. Die Kosten für Räumung und Entsorgung der insgesamt 946.000 Tonnen Abfälle in der Höhe von 83 Millionen Euro wurden aus dem Budget des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt- und Wasserwirtschaft sowie vom Altlastensanierungsfonds getragen.


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