02.03.2004 | 12:29

Enquete über Gentechnik in St. Pölten

Onodi: Gentechnikfreie Zonen müssen definiert werden

Im Sitzungssaal des NÖ Landtages in St. Pölten wurde gestern Abend eine Enquete zum Thema „Gentechnik“ mit Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria Onodi und zahlreichen Experten aus Landwirtschaft und Politik abgehalten. Ein Schwerpunkt war der umstrittene Einsatz der Gentechnik in der Lebensmittelproduktion und Landwirtschaft. „Die Produktions-Richtlinien der Bio-Verbände und das EU-Recht schreiben vor, dass Bio-Lebensmittel gentechnikfrei sein müssen. Biologisch bewirtschaftete landwirtschaftliche Nutzflächen sind jedoch nicht isoliert, sondern liegen oft in der Nähe herkömmlich genutzter Flächen“, erklärte Onodi. Pollenflug von benachbarten „Gentechnik-Äckern“ könne die Ernte von Bio-Bauern verunreinigen. Der verstärkte Einsatz von Gentechnik in der konventionellen Landwirtschaft gefährde daher auch den Bio-Landbau.

„Für Niederösterreich mit seinen 54.000 landwirtschaftlichen Betrieben ist das Thema Gentechnik deshalb von besonderer Bedeutung“, sagte Onodi. Die Frage der Koexistenz von konventioneller und biologischer Landwirtschaft und Landwirtschaft mit gentechnisch veränderten Organismen müsse gelöst werden. Daher sei die Einführung eines Generalkatasters notwendig, der sowohl die Bio-Betriebe als auch die Natura 2000-Gebiete Niederösterreichs ausweist. Dadurch könnten gentechnikfreie Zonen definiert werden, so Onodi weiter. Eine Festschreibung des ganzen Bundeslandes zur gentechnikfreien Zone werde von der EU jedoch nicht akzeptiert. Weiters könne die Wahlfreiheit der Konsumenten nur durch eine umfassende und transparente Kennzeichnungspflicht der Lebensmittel ermöglicht werden.


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