07.05.2003 | 00:00

Entscheidende Verhandlungen mit Privatversicherungen

Ärztekammer und Land NÖ für konstruktive Lösung

Heute, Mittwoch, findet die letzte Verhandlungsrunde zwischen der Ärztekammer, dem NÖGUS bzw. den NÖ Krankenanstalten und dem Verband der Privatversicherungen statt, um die Finanzierung der privaten Versicherungen in den niederösterreichischen Krankenhäusern sicherzustellen.

Prim. Dr. Stöger, Obmann der Kurie der angestellten Ärzte: „Wir haben in Niederösterreich über 30.000 Patienten, die über eine private Krankenversicherung verfügen. Die privaten Krankenversicherungsbeiträge wurden seitens der Patienten deshalb gezahlt, um im Krankheitsfall in einem Einzel- oder Zweibettzimmer zu liegen bzw. die Möglichkeit der freien Arztwahl zu haben!“

Die bisherigen Verhandlungen haben seitens des Versicherungsverbandes jedoch leider zu wenig Beweglichkeit gezeigt, so dass es nun – sollten die Verhandlungen scheitern – keinen Vertrag mehr zwischen Privatversicherungen und niederösterreichischen Krankenhäusern bzw. niederösterreichischen Ärzten gäbe. Dies würde weiters bedeuten, dass die Versicherten die gewohnten Leistungen nicht in Anspruch nehmen können.

Die Ärztekammer hat jedoch gemeinsam mit dem NÖGUS und dessen Vorsitzenden, Finanz-Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka, ein Alternativpaket ausgearbeitet. Sobotka: „Sollte es zu keinem Verhandlungsergebnis kommen und die Privatversicherungen ihre Versicherten ‚im Stich lassen‘, so haben wir vorgesorgt. Gemeinsam würde allen niederösterreichischen Patienten ein sogenanntes ‚Business-Class-Package‘ angeboten werden. Dies bedeutet, dass durch eine Aufzahlung jeder Patient die Möglichkeit hätte, in einem ‚Sonderklassebett‘ seines niederösterreichischen Krankenhauses zu liegen und auch den Arzt frei wählen könnte. Erstmals in Österreich hätten somit auch ‚nicht zusatzversicherte‘ Patienten die Möglichkeit, jene Leistungen in Anspruch zu nehmen, die bislang privat Krankenversicherten vorbehalten waren.“

Die aufgebrachten Summen würden über einen Pool verwaltet und in Kooperation zwischen Ärztekammer und NÖGUS entsprechend verteilt werden.

Sowohl der Finanz-Landesrat, als auch der Obmann der Kurie der angestellten Ärzte in der NÖ Ärztekammer hoffen jedoch auf einen positiven Ausgang der Verhandlungen: „Die privaten Krankenversicherungen haben in den letzten Jahren sehr hohe Gewinne erzielt. Bei entsprechender Flexibilität der Versicherungen ist es sicherlich kein Problem, ein für alle Beteiligten zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Die Bereitschaft seitens des NÖGUS und der Ärzteschaft ist jedenfalls gegeben.“


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