14.03.2003 | 00:00

Start der Bauvorbereitung für die Nordautobahn

A 5 soll 2010 fertiggestellt sein

Die Planer des Landes arbeiten derzeit mit Hochdruck am Einreichprojekt für den ersten Bauabschnitt der A 5 Nordautobahn zwischen Eibesbrunn und Schrick. Diese Planungen sind Grundlage für die notwendigen Behördenverfahren. Am kommenden Montag, 17. März, werden von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll im Bereich Gaweinstal (Schrick) die ersten Bauvorbereitungen gestartet. Es handelt sich dabei um archäologische Grabungen des Bundesdenkmalamtes. Dafür wird die Humusschicht abgetragen, um mögliche urgeschichtliche Funde wie etwa Gräberfelder, die hier vermutet werden, offen zu legen. Noch in der ersten Jahreshälfte 2003 soll die Umweltverträglichkeitsprüfung beginnen.

Die Nordautobahn stellt die notwendige Verbindung des Wirtschaftsraums Ostregion mit dem nördlichen Weinviertel und den nordöstlichen Nachbarstaaten Österreichs dar. Sie soll von der S 1 Wiener Außenring Schnellstraße im Knoten Eibesbrunn über Wolkersdorf und Poysdorf zur Staatsgrenze bei Drasenhofen verlaufen. Im Rahmen des österreichischen Generalverkehrsplans wurde der Nordautobahn höchste Priorität zugewiesen. Die Verkehrsfreigabe der A 5 im 23 Kilometer langen Abschnitt zwischen Eibesbrunn und Schrick ist für das Jahr 2008 vorgesehen.

Die A 5 wurde in der Novelle des Bundesstraßengesetzes 1999 verankert. Von Wien ausgehend soll sie in drei Abschnitten von Süden nach Norden ausgebaut werden. Die Autobahn wird dabei neu errichtet, in manchen Abschnitten erfolgt dies unter Mitverwendung der bestehenden B 7 Brünner Straße.

Die Nordautobahn stellt somit die wichtigste Verkehrsachse in den Norden dar. Dies spiegelt sich auch in der Verkehrsprognose wider. Für das Jahr 2020 werden im südlichen Abschnitt der A 5 auf Höhe Wolkersdorf rund 64.000 Kraftfahrzeuge pro Tag, im zentralen Abschnitt vor Schrick rund 52.000 Kraftfahrzeuge und bei der Grenzstelle Drasenhofen rund 23.000 Kraftfahrzeuge prognostiziert.

Mit der Errichtung der Nordautobahn soll u.a. eine leistungsfähige Verbindung zwischen dem Großraum Wien und Tschechien hergestellt, die derzeit bestehenden Ortsdurchfahrten entlastet, die Verkehrssicherheit erhöht und der Wirtschaftsstandort nördliches Weinviertel gestärkt werden.

Die Trasse der A 5 beginnt beim Knoten Eibesbrunn (S 1/A 5), verläuft westlich von Eibesbrunn und mündet dann in die bestehende Umfahrung von Wolkersdorf, die als Autobahn ausgebaut wird. Zwischen der Anschlussstelle Wolkersdorf Nord und Kollnbrunn wird die bestehende B 7 westlich verbreitert. Die Orte Kollnbrunn und Gaweinstal werden im Westen umfahren. Zwischen Gaweinstal und Schrick erfolgt wiederum ein Ausbau der bestehenden B 7.

Die Gesamtkosten der 59,9 Kilometer langen Nordautobahn zwischen Eibesbrunn und Drasenhofen liegen bei 370 Millionen Euro. Die Kosten für den Abschnitt Eibesbrunn Schrick betragen 185 Millionen Euro. 2010 soll die gesamte A 5 fertig sein.

Auf Grund der funktionellen Wertigkeit der Nordautobahn erfolgt der Ausbau 4-streifig inklusive Pannenstreifen mit Mitteltrennung. Die Breite beträgt 12,50 Meter pro Fahrtrichtung. Für den landwirtschaftlichen Verkehr werden beidseitig Wirtschaftswege angeordnet. In den Abschnitten, in denen die A 5 auf der Trasse der bestehenden Brünner Straße (B 7) verläuft, wird parallel eine Landesstraße geführt.

Im Zuge der Projektierungen zur Nordautobahn werden auch umfangreiche Umweltuntersuchungen durchgeführt. Dabei werden die erforderlichen Ausgleichs- und Kompensationsmaßnahmen zum Umweltschutz definiert. Dazu gehören u. a. Lärmschutzmaßnahmen, ein drei Meter hoher Damm beidseitig der Autobahn, die Ausgestaltung von Feuchtbereichen bei Sickerbecken, die Anlage von Kleinbiotopen in ausgewählten Nahbereichen und die Integration von bestehenden Wald- und Gehölzbeständen.


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