30.01.2003 | 00:00

97 Prozent haben in NÖ einen Hausarzt

Umfrage bestätigt den „Arzt als Nahversorger“

„Niederösterreich verfügt über mehr als 5.800 Ärzte, wobei etwa die Hälfte im niedergelassenen Bereich, also in Ordinationen, tätig ist. Die Zahl der niedergelassenen Ärzte hat in den letzten zehn Jahren um mehr als 65 Prozent zugenommen, was eine deutliche Verbesserung der medizinischen Versorgung darstellt.“ Das erklärte gestern der St. Pöltner Internist Dr. Lothar Fiedler, Präsident der NÖ Ärztekammer, im Rahmen einer Pressekonferenz in Wien. Präsentiert wurde auch das Ergebnis einer Umfrage, die im Auftrag der NÖ Ärztekammer vom Meinungsforschungsinstitut OGM durchgeführt wurde und eindrucksvoll den Stellenwert des niedergelassenen Arztes als „Nahversorger“ unterstreicht.

So sind 95 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Rolle des praktischen Arztes im Gesundheitswesen sehr wichtig ist. 66 Prozent betonen, dass „ihr Doktor“ ebenso wichtig ist und gebraucht wird wie früher und dass ihn Spitäler bzw. Ambulanzen keinesfalls ersetzen können. Für Dr. Anton Hengst, praktischer Arzt in Stadt Haag und Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte in Niederösterreich, besonders erfreulich ist die Tatsache, dass nach wie vor 97 Prozent der Bevölkerung angeben, selbst einen „Hausarzt“ zu haben, bei dem sie im Durchschnitt seit 14 Jahren in Behandlung sind. Etwa die Hälfte der Niederösterreicher nimmt das Service von Hausbesuchen in Anspruch und 92 Prozent sind damit im hohen Maß zufrieden.

Die Umfrage bestätigt auch die von der Politik vertretene Zielrichtung – mehr extramural als intramural. Die Standesvertretung knüpft daran allerdings auch einige Forderungen, so nach Rahmenbedingungen für Gruppenpraxen und nach gesetzlichen Voraussetzungen für die Anstellung von Ärzten bei Ärzten, die es ermöglichen würden, die Ordinationen noch länger und noch patientenfreundlicher offen zu halten. Eine weitere Forderung, die sich vor allem an den NÖGUS wendet, zielt auf eine Verbesserung der EDV-Ausstattung in den Spitälern, nämlich auf untereinander kompatible Systeme, die eine Kommunikation mit den niedergelassenen Ärzten ermöglichen. Dr. Richard Hochmiller, Kurienobmannstellvertreter in der NÖ Ärztekammer und niedergelassener Dermatologe in Krems: „Derzeit kosten viele unnötige Doppelbefundungen der Allgemeinheit Geld und den Patienten Zeit. Die E-Card in der derzeit vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger geplanten Form wäre ineffizient, die Ärztekammer fordert eine elektronische Gesundheitskarte, die auch alle wichtigen medizinischen Daten enthält.


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