01.10.2003 | 12:09

Senioren-Experten tagten im Landhaus

Studie des Instituts Dr. Brunmayr vorgestellt

Mit Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner diskutierten gestern Nachmittag im NÖ Landhaus in St. Pölten Senioren-Experten über die Befindlichkeiten und Wünsche der älteren Generation in Niederösterreich. Im Mittelpunkt der Diskussion stand eine Studie des Instituts Dr. Erich Brunmayr, die zu diesem Thema im Auftrag des Seniorenreferats der NÖ Landesregierung erarbeitet wurde.

Diese Seniorenstudie zeigte zum Beispiel, dass das Wohlfühlen eine Frage der Gesundheit, der seelischen Zufriedenheit, aber auch der menschlichen Gemeinschaft, des Familienkontakts und der finanziellen Ausstattung ist. Auf die Frage „Wie geht es Ihnen“ waren bei den Familienkontakten die Antworten zu über 70 Prozent mit „sehr gut“ ausgefallen. Bei der Gemeinschaft antworteten knapp über 60 Prozent der Senioren mit „sehr gut“, bei der seelischen Zufriedenheit noch immer über 50 Prozent. Weniger positiv wird die gesundheitliche Situation bewertet; sie nimmt mit zunehmendem Alter rapid ab. Auch die Frage nach Seniorenangeboten wurde gestellt: 80 Prozent der niederösterreichischen Senioren wünschen sich eine Seniorenkarte, die Ermäßigungen für Bahn, Bus und diverse Eintritte beisteuert. An zweiter Stelle landeten organisierte Ausflugsfahrten in Niederösterreich, gefolgt von Seniorenmessen, bei denen etwa Seniorenreisen angepriesen werden. Bei Bildungs- und Serviceangeboten, zum Beispiel von Vorträgen oder Kursen, zeigt sich der hohe Stellenwert von Gesundheit und Fitness. Lässt man die Senioren ihre Erfahrungen in der Gemeinde beurteilen, so wird die Nahversorgung mit Geschäften oder dem Arzt in erreichbarer Nähe mit weitem Abstand am besten bewertet. An zweiter Stelle landen Hilfsangebote bei Pflegebedürftigkeit. Senioren sind auch bereit (zu 89 Prozent), selbst aktiv im kommunalen Leben mitzuarbeiten. Es gibt jedoch Unterschiede: Die Bereitschaft, Einkaufshilfe für Pflegebedürftige zu leisten oder etwa im Rettungsdienst mitzuarbeiten, ist hoch, attraktiv sehen Senioren auch die Mitarbeit bei der Vorbereitung von Festen oder bei Veranstaltungen, die ältere Generation zur Betreuung von Kindern einzusetzen, ist aber viel weniger gewünscht.

Man spiele bei dieser Diskussion die Generationen nicht gegeneinander aus, sondern wolle ein Miteinander der Generationen in das Zentrum des Handelns stellen, auch deshalb, weil die Brunmayr-Studie ganz klar aufzeige, dass ein Großteil der Senioren sich selbst in die Gesellschaft, in die Gemeinde einbringen und dort auch aktiv sein will, sagte Mikl-Leitner. Jetzt stelle sich die Frage, wo man die Senioren noch integrieren könne und wo sie einen Beitrag für die Gesellschaft leisten würden. Auf der einen Seite fühlen die Senioren, dass man sie noch braucht, weil sie damit eine Lebenserfüllung erfahren, auf der anderen erbringen sie einen gesellschaftlichen Wert, der freilich nicht messbar und schon gar nicht zu bezahlen ist.


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