20.06.2003 | 10:08

Düngung mit Klärschlamm ist unbedenklich

Auswertung von Boden- und Pflanzenproben

360 Kläranlagen reinigen das Abwasser von rund 1,5 Millionen Niederösterreichern. Dabei fallen jährlich 130.000 Kubikmeter Klärschlamm an, der in der Landwirtschaft als Düngemittel und Bodenverbesserer verwendet wird. Die Anwendung in der Landwirtschaft ist nicht unumstritten, da es sich um ein Abfallprodukt handelt, mit dessen Ausbringung ein Schadstoffeintrag in den Boden stattfindet. Daher werden seit 1993 auf Standorten der Landwirtschaftlichen Fachschulen in Niederösterreich Düngungsversuche durchgeführt. Die Versuche wurden auf den Standorten Tulln, Mistelbach und Edelhof bei Zwettl durchgeführt und beinhalten Klärschlamm- und Mineraldüngeranwendungen. Damit können neben dem Einfluss verschiedener Düngungsmaßnahmen auf Ertrags- und Qualitätsparameter des Ernteguts auch Auswirkungen auf den Boden und die Schwermetallgehalte der Erntepflanzen untersucht werden. Von den Düngungsversuchen wurden nach 9-jähriger Versuchstätigkeit Bodenproben und Proben von Erntegut entnommen. An den Ernteproben wurden die Schwermetalle Kupfer, Zink, Chrom, Nickel, Blei, Cadmium und Quecksilber, an den Bodenproben zusätzlich auch allgemeine Bodenparameter bestimmt. Damit wurde geklärt, ob es durch die Anwendung von Klärschlamm zur Aufnahme von Schwermetallen in die Erntepflanzen kommt und wie weit sich allgemeine Bodenparameter verändern.

Die Versuche ergaben, dass es weder durch den Klärschlamm-Einsatz noch durch die Mineraldüngung zu statistisch nachweisbaren Veränderungen der Schwermetall-Gehalte des Bodens gekommen ist. Auch im Erntegut liegen die Schadelemente weit unter den Grenzwerten. Außerdem hat die Untersuchung die Notwendigkeit belegt, in regelmäßigen Abständen Nährstoffstatus und Schwermetallgehalt von landwirtschaftlich genutzten Böden zu erheben, um Anreicherungen erkennen und die Düngung darauf abstimmen zu können.

Nähere Informationen: Amt der NÖ Landesregierung, Abteilung Wasserwirtschaft, Dietmar Moser, Telefon 02742/9005-14271.


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