04.06.2003 | 12:07

Tabak und Alkohol sind Einstiegsdrogen für Jugendliche

Neue Studie der Ärztekammer NÖ warnt

Alamierende Ergebnisse über das Suchtverhalten von Jugendlichen liefert eine neue Studie, die im Auftrag der Ärztekammer für Niederösterreich im Rahmen der Stellungsuntersuchungen in St. Pölten durchgeführt und heute in Wien präsentiert wurde. Knapp 2.000 18-jährige Männer wurden dafür untersucht und befragt.

Demnach sagen über 70 Prozent der Jugendlichen, dass ihnen Alkohol schmeckt. Fast jeder Dritte benützt Alkohol wegen seiner beruhigenden Wirkung. Knapp jeder sechste 18-jährige erfüllt die Kriterien eines Alkoholmissbrauchs. Auch beim Zigarettenkonsum sieht es nicht anderes aus: Über 52 Prozent der 18-jährigen rauchen regelmäßig Zigaretten. Weiters ist auch der Konsum von illegalen Drogen ein großes Problem: 7,6 Prozent der 18-jährigen konsumieren regelmäßig illegale Drogen, Cannabis ist mit über 5 Prozent dabei die häufigste. An zweiter Stelle liegen bereits die Opiate. “Wir haben eindeutig festgestellt, dass Raucher lieber Alkohol konsumieren als Nichtraucher. Auch die Alkoholabhängigkeit findet sich bei Rauchern zwei Mal häufiger als bei Nichtrauchern”, gibt Nestor Kapusta, der an der Studie mitgearbeitet hat, zu bedenken. Zudem bestehe ein Zusammenhang zwischen Zigarettenkonsum und Cannabis-, Kokain- und Amphetaminkonsum. Kapusta: “Raucher konsumieren 14 Mal häufiger Cannabis als Nichtraucher. Zigaretten und Alkohol sind also bereits klassische Einstiegsdrogen.”

„Die Gefahren, die Rauchen und Alkohol mit sich bringen, werden in unserer Gesellschaft noch immer nicht genügend beachtet“, warnt Dr. Lothar Fiedler, Präsident der Ärztekammer Niederösterreich. Die Ärztekammer unterstütze daher alle Präventionsmaßnahmen, um das Bewusstsein der Bevölkerung zu schärfen.

„Der Substanzmissbrauch nimmt seinen Ausgang bereits im Kindesalter“, erklärte der Kinder- und Jugendpsycholge Dr. Max Friedrich. Das Kind imitiere das Verhalten der Eltern, Verhaltensweisen würden nachgeahmt. Also beispielsweise, dass es kein Fest ohne Alkohol gibt. „Als Gegenrezept wirkt nur, Kinder ehrlich zu erziehen, Gefahren nicht zu überzeichnen und auch auf die Jugendlichen entsprechend einzugehen“, führte Friedrich aus.


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