05.12.2002 | 00:00

Waldviertel als gentechnikfreies „Lebensviertel“

LH Pröll: Start für visionäres Projekt

Das Waldviertel soll zu einer der größten gentechnikfreien Regionen Europas mit der Marke „Lebensviertel“ werden. Den Startschuss für die Umsetzung dieser „visionären Idee, die regionalpolitische und agrarpolitische Aspekte im Grenzland vereinigt“, gab Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll gestern in einer Pressekonferenz gemeinsam mit Agrar-Landesrat Dipl.Ing. Josef Plank, dem Gründer der Supermarkt-Biolinie „Ja! Natürlich“, Werner Lampert, und Markus Schörpf von der „Initiative Waldviertel“. Gestartet wird in drei Gebieten, die bereits jetzt über die höchste Biobauerndichte verfügen: Gars, Harbach und Raabs an der Thaya. Begleitet wird diese Initiative von einem wissenschaftlichen Beirat. Entscheidend ist die Basis der Freiwilligkeit.

Der Landeshauptmann sieht diese Initiative vor allem auch im Zusammenhang mit der großen Herausforderung EU-Erweiterung. Das Land wird 1,3 Millionen Euro für Kommunikationsstrategien sowie für konkrete Projekte und Leitbetriebe, die ein Beispiel für das Ausnützen von Marktnischen geben, zur Verfügung stellen.

Landesrat Plank betonte, dass von den rund 7.000 bäuerlichen Vollerwerbsbetrieben im Waldviertel bereits 1.200 biologisch produzieren. In die Aktion sollen aber auch die konventionellen Betriebe einbezogen werden. Es gelte nun, einerseits vor Ort Überzeugungsarbeit zu leisten und andererseits die Verbraucher zu erreichen und zu gewinnen.

Einer der wichtigsten Partner ist dabei „Ja! Natürlich“. Für Werner Lampert, der diese Linie vor acht Jahren gegründet hat, „beginnt sich mit der Initiative des Landeshauptmannes zu erfüllen, wovon ich jahrelang geträumt habe!“ Geplant ist, so Markus Schörpf von der „Initiative Waldviertel“, hinter der das Land, das Waldviertel-Management und der Ernteverband NÖ/Wien stehen, eine breite Produktpalette. Die ersten Produkte, die auf den Markt kommen, sind Lamm, Jungrind, Freilandschwein, Weidegans und Biokarpfen.


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