24.10.2002 | 00:00

Bereits über 90 Millionen Euro an Hochwasseropfer ausbezahlt

Plank: Bei existenzieller Gefährdung mindestens 45 % Förderung

Die finanziellen Hilfen für die vom August-Hochwasser Betroffenen laufen nach wie vor auf Hochtouren: „Von den bisher 14.267 eingelangten Schadensmeldungen sind bereits 13.212 oder über 90 Prozent erledigt und rund 80 Millionen Euro ausbezahlt worden“, zog Landesrat Dipl.Ing. Josef Plank gestern Zwischenbilanz. Über diese 20-prozentige Basisbeihilfe hinaus gibt es für die Betroffenen auch eine Höherförderung, die ebenfalls bereits voll angelaufen ist. Diese Förderung, für die laut Plank zwecks korrekter Abwicklung eine eigene Kommission eingerichtet wurde, wird ebenso vom anerkannten Schaden berechnet und zusätzlich zur Basisförderung gewährt. Das Ausmaß dieser Förderung beträgt 10 Prozent, wenn das Wasser bis in den Keller gelangt ist, 20 Prozent bei Wasserschäden im Wohn- und Betriebsbereich und 25 Prozent und mehr, wenn eine existenzielle Gefährdung bei Privatpersonen, aber auch bei Betrieben vorliegt. Von den 2.381 Schadensmeldungen für eine Höherförderung sind ebenfalls bereits über 65 Prozent oder 1.562 Anträge erledigt und 10 Millionen Euro ausbezahlt worden. „Der Großteil dieser Höherförderungen wird in den nächsten Wochen abgewickelt werden können“, ist Plank zuversichtlich. Dennoch müsse man damit rechnen, dass es sowohl bei der Basisbeihilfe als auch bei der Höherförderung Nachmeldungen geben werde, da mancherorts der Grundwasserspiegel nach wie vor sehr hoch ist, Keller unter Wasser stehen oder das wahre Ausmaß der Schäden erst zu einem späteren Zeitpunkt sichtbar wird. Aus diesem Grund sei es derzeit auch nicht möglich, den Gesamtschaden des August-Hochwassers in Niederösterreich – die Schätzungen liegen bei rund 1,3 Milliarden Euro zu beziffern – so Plank.

Das Hochwasser hat auch zu Verunreinigungen zahlreicher Brunnen geführt. Insgesamt wurden über 2.300 Brunnen in 106 niederösterreichischen Gemeinden gemeldet, mehr als 1.000 davon bereits vor Ort überprüft. Die NÖ Umweltschutzanstalt führte 500 Probenahmen durch, außerdem wurden rund 250 Untersuchungsbefunde ausgestellt. Dazu kommen bei 20 Kläranlagen zum Teil erhebliche Schäden, die ein Ausmaß von rund 12 Millionen Euro ausmachen. Weiters sind in vielen betroffenen Gemeinden Gespräche wegen eines Rückkaufes von Flächen an Flussläufen angelaufen. Auch die Schadenersatzzahlungen für Entsorgungskosten von ausgeflossenem Mineralöl – davon sind laut Plank rund 1.000 bis 1.500 Haushalte in Niederösterreich betroffen – konnten geklärt werden. Bund und Länder übernehmen 60 bzw. 40 Prozent der Kosten. Der Landesrat stellte auch klar, dass die bei verschiedenen Einrichtungen (ORF etc.) eingelangten Spendengelder für die Hochwasseropfer ohne Mithilfe des Landes direkt an die Betroffenen ausbezahlt werden.


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