01.10.2002 | 00:00

Pakt für Jugend, Beschäftigung und Ausbildung

Prokop: Offensive für 500 Lehrlinge, 1.600 arbeitslose Jugendliche

Der im Nationalrat einstimmig beschlossene Pakt für Jugend, Beschäftigung und Ausbildung komme in einem ersten Schritt in Niederösterreich rund 500 Lehrstellensuchenden und mehr als 1.600 arbeitslosen Jugendlichen zwischen 19 und 25 Jahren zugute, ab Oktober stünden dafür in Niederösterreich rund 25 Millionen Euro von Bund und Land zur Verfügung, sagte gestern Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop in St.Pölten. Dabei ginge es, so Prokop weiter, um nachhaltige Verbesserungen für den Arbeitsmarkt statt um kurzfristige Statistikbeschönigungen, um eine Absicherung des Wirtschaftsstandortes Niederösterreich und um zukunftsorientierte Ausbildungen, wenn die Konjunktur wieder anziehe. Da sich die Arbeitsmarktlage für Lehrstellensuchende anders darstelle als für arbeitslose Jugendliche, brauche man punktgenaue, differenzierte Maßnahmen.

Im Lehrlingsbereich sei das Problem im Wesentlichen gelöst, so Prokop. Dank des seit 1998 bestehenden und zuletzt auf zwei Jahre bzw. einen erweiterten Teilnehmerkreis erstreckten Lehrlingsauffangnetzes mit seiner Vermittlungsquote von rund 80 Prozent „steht kein einziger lehrwilliger und lernfähiger junger Mensch auf der Straße“. Zusätzlich kämen 1.500 Jugendliche in den Genuss direkter finanzieller Unterstützung im Ausmaß von insgesamt 570.000 Euro.

Die Altersgruppe der 19- bis 25-jährigen Jugendlichen sei mit weitaus größeren Problemen konfrontiert; hier habe es im August im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung der Arbeitslosen-Zuwachsrate von mehr als 25 Prozent gegeben. Größter Handlungsbedarf bestehe sowohl bei Minderqualifizierten als auch bei hochqualifiziert Ausgebildeten, die nie einen ersten Arbeitsplatz gefunden haben. Ein Sonderprogramm für arbeitslose Jugendliche soll mit berufsorientierter Qualifizierung und Arbeitstrainings für 1.640 Jugendliche Abhilfe schaffen.

Seitens des Arbeitsmarktservices (AMS) NÖ präzisierte Mag. Karl Fakler, dass die Qualifizierungsschiene für 250 Jugendliche eine 8- bis 14-monatige Facharbeiterintensivausbildung in sogenannten Mangelberufen und für weitere 590 Jugendliche rund 5 Monate dauernde Weiterbildungskurse vorsieht, mit der individuelle praxisbezogene Defizite ausgeglichen werden sollen. Für 650 Jugendliche sind durchschnittlich 8-monatige Betriebspraktika geplant, für 150 Jugendliche stehen auf 12 Monate befristete Dienstverhältnisse beim Verein Jugend und Arbeit bereit. Die Gesamtkosten für das Förderpaket betragen 22,5 Millionen Euro für die Jahre 2002 bis 2004. 20,4 Millionen Euro werden durch das AMS NÖ aufgebracht, rund 1,5 Millionen Euro durch das Land, 605.000 Euro steuern Dienstgeber durch Refundierung eines Teils der Lohnkosten bei.

Für die NÖ Wirtschaftskammer hielt Präsidentin KR Sonja Zwazl fest, dass derzeit rund 6.000 niederösterreichische Betriebe fast 20.000 Lehrlinge ausbilden, pro Lehrling und Jahr sind im neuen Konjunkturpaket für jeden Ausbildungsbetrieb 1.000 Euro Ausbildungsprämie vorgesehen. Rund 700 Lehrlinge werden ein Qualifizierungsprogramm in am Arbeitsmarkt nachgefragten Berufsfeldern im WIFI durchlaufen.

Josef Staudinger, Präsident der Arbeiterkammer Niederösterreich, sagte, die rasche Umsetzung des Sonderprogramms für Lehrlinge und arbeitslose Jugendliche komme den Wünschen der AK sehr nahe und bedeute einen Schritt in die richtige Richtung – mit dem Ziel einer Ausbildungsgarantie für alle jungen Menschen in Niederösterreich.


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