14.08.2002 | 00:00

100 Millionen Euro Soforthilfe für die vom Hochwasser Betroffenen

LH Pröll: Die Beträge werden umgehend ausbezahlt

Für die vom Hochwasser Betroffenen wird das Land Niederösterreich als Soforthilfe 100 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Diesen Beschluss hat die NÖ Landesregierung in ihrer gestrigen Sondersitzung unter Vorsitz von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll gefasst. „Einzigartige Situationen erfordern einzigartige Maßnahmen“, begründete der Landeshauptmann diese Entscheidung, und die Gelder sollen sofort fließen. Die Schadenskommissionen werden umgehend mit der Erhebung der Schäden beginnen. Um ausreichend Experten zur Hand zu haben, werden deshalb bei den Gebietsbauämtern auch alle Sachverständigen konzentriert. Darüber hinaus wird die dafür zuständige Abteilung beim Amt der NÖ Landesregierung personell aufgestockt, Anträge werden rund um die Uhr behandelt. Pröll: „Alle Schadensmeldungen, die hereinkommen, werden sofort abgewickelt, damit bereits am nächsten Tag die Auszahlung der Gelder erfolgen kann.“

In einem ersten Durchgang soll zunächst ein Sockelbetrag in Höhe von 20 Prozent des Schadens abgedeckt werden. In einem weiteren Durchgang erfolgt eine individuelle Beurteilung, wobei je nach Ausmaß des Schadens bis zu 50 Prozent und mehr abgedeckt werden können. „Wir werden im Interesse aller Betroffenen die bestehenden Richtlinien äußerst exzessiv ausnützen“, so Pröll. Diese finanziellen Mittel sollen sowohl für Private als auch für Gemeinden und Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus wird das Land im Rahmen einer Wohnbauförderung-Sonderregelung für Kredite die Haftung übernehmen. Auch das Personal des psychologischen Beratungsdienstes wird in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz von derzeit fünf auf zehn aufgestockt.

Die Schäden dieses Hochwassers sind auf jeden Fall enorm. Allein im Waldviertel sind rund 25.000 bis 30.000 Menschen davon betroffen. Dazu kommen Tausende im Donautal. „Der Schaden geht in die Milliarden, auch wenn sich eine Gesamtsumme derzeit nicht beziffern lässt.“ Für Pröll habe dieses Hochwasser aber einmal mehr gezeigt, dass die „Familie Niederösterreich“ zusammensteht. In diesem Zusammenhang dankte der Landeshauptmann den Tausenden Freiwilligen in den Einsatzorganisationen sowie den Tausenden Helfern, die nicht in Verbänden organisiert sind. Neben Geld- und Sachspenden würden dankenswerterweise viele Organisationen und Firmen die Betroffenen unterstützen, auch das vom Land eingerichtete Spendenkonto werde sehr gut angenommen. Hilfe für Niederösterreich erwartet sich der Landeshauptmann auch von der Bundesregierung, die heute, Mittwoch, eine Sondersitzung abhält, bei der weitere Soforthilfen beschlossen werden. Pröll: „Den Betroffenen ist es egal, woher das Geld kommt, wichtig ist für sie, dass sie es rasch bekommen.“ Sollten alle Stricke reißen, würde man auch ein höheres Budgetdefizit des Landes in Kauf nehmen. Zudem wird die vom Land Niederösterreich bewilligte Dienstfreistellung für Bedienstete, die in Einsatzorganisationen tätig sind, aufgestockt. Statt wie bisher drei Tage kann der Abteilungsleiter den Bediensteten ab sofort eine Woche für Einsätze freigeben. Anschließend informierte Landesrat Dipl.Ing. Josef Plank über die aktuelle Hochwassersituation in Niederösterreich. In diesem Zusammenhang lobte Plank auch den professionellen Einsatz der Hilfskräfte.


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