01.07.2002 | 00:00

100 Jahre Landesnervenklinik Mauer:

Über 10.000 Patienten pro Jahr

Die Landesnervenklinik Mauer (Bezirk Amstetten) ist die größte und modernste psychiatrische Einrichtung des Landes Niederösterreich. Sie hat 425 Betten, davon 50 Langzeitplätze, und ein Landes-Pensionisten- und Pflegeheim mit 180 Betten. An der Landesnervenklinik werden jährlich 5.900 stationäre und 5.060 ambulante Patienten durch 46 ÄrztInnen, weitere 66 medizinische Kräfte und über 300 Personen aus dem Gesundheits- und Krankenpflegebereich betreut. Am Freitag wurde das 100-jährige Bestehen der Klinik gefeiert.

Man habe in den 100 Jahren des Bestehens der Landesnervenklinik Mauer immer auch eine Verantwortung im Gesetz vorgefunden, besonders aber in den letzten Jahren, in denen Spezialisierungen Platz gegriffen haben, wie Abteilungen für Drogenentzug oder Alkoholentwöhnung, betonte Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria Onodi. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten trotz anfänglicher Diskussionen eifrig mitgearbeitet. Gerade die psychiatrische Ausbildung verlange von den jungen Menschen ein Bekenntnis zum Betreuen, meinte Onodi. Wir wissen, dass wir uns nicht alles leisten können, aber wir können Prioritäten setzen, bekannte sich Onodi zum Spannungsfeld in der Gesundheits- und Krankenpflege.

Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka – der in Vertretung des Landeshauptmannes Dr. Erwin Pröll sprach – meinte, dass in 100 Jahre Krankenanstalt in Mauer auch Geschichte gemacht worden sei. Wie vielen Krankenhäusern, so fragte Sobotka, sei es schon gelungen, in kunsthistorische Bände Eingang zu finden? Die Spezialisierung der Psychiatrie, vom Drogeninstitut bis zur Gerontopsychiatrie, müsse weiter betrieben werden, meinte Sobotka. Der Psychiatrieplan werde weiterhin in Mauer eine bedeutende Rolle spielen.

Nachdem der Gastwirt Johann Kirchweger aus Öhling dem Kaiser 20 Hektar Grund schenkte, wurde 1898 mit dem Bau der Landes-Heil- und Pflegeanstalt in Mauer-Öhling begonnen. Sie wurde am 2. Juli 1902 von Kaiser Franz Josef I. eröffnet. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden rund 1.000 Patienten betreut. 1938 wurde ein Höchststand von 2.000 Betreuten erreicht. Während der Terrorherrschaft der Nationalsozialisten wurden mindestens 350 Patienten ermordet, eine möglicherweise noch größere Anzahl von Menschen durch inadäquate „Behandlungsmaßnahmen“ vor Ort. Nach 10 Jahren sowjetrussischer Besatzung, in der Teile der Anstalt in eine Kaserne umgewandelt wurden, begann zwischen 1956 und 1966 der Wiederaufbau.

Derzeit umfasst die Klinik Einrichtungen wie zum Beispiel ein Psychotherapieinstitut, eine psychosomatische Therapie, eine Kinder- und Jugendneuropsychiatrie, Programme für die Alkoholentwöhnung und den Drogenentzug, eine psychiatrische Rehabilitation für Patienten mit Schizophrenie und Borderline, eine psychiatrische Carestation für jene, die medikamentös wenig zugängige psychotische Störungen haben, eine regionale Akut- und Subakutpsychiatrie sowie eine Gerontopsychiatrie, die derzeit aufgebaut wird.

In Zusammenarbeit mit dem Krankenhaus Amstetten wird 2003 eine zusätzliche, mit der Neurologie Mauer ärztlich-personell verbundene Neurologiestation mit 24 Akutbetten und 6 Rehab-Betten geschaffen. 1988 wurde zudem ein Computertomograph installiert, 1993 auch ein Kernspintomographiegerät. Derzeit wird die Radiologie erneuert, so dass in nächster Zukunft eine volldigitalisierte Einrichtung für die Bildgebung zur Verfügung steht und die Telekommunikation mit anderen Krankenhäusern voll Wirklichkeit werden wird. Die neurologische Schmerztherapie ist weit über die Landesgrenzen bekannt.


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