07.06.2002 | 00:00

Weikendorfer Remise feiert 75. Geburtstag

Fotoausstellung über das älteste Naturschutzgebiet Österreichs

Nahe der March gibt es einige Kleinode, eines davon ist die Weikendorfer Remise. Das Naturschutzgebiet Weikendorfer Remise wurde am 8. Juni 1927 und damit vor 75 Jahren eingerichtet und ist nicht nur das erste Naturschutzgebiet in Niederösterreich, sondern auch das erste in Österreich. Der Grund für die Unterschutzstellung war die landschaftliche Schönheit sowie das Vorkommen von Steinröschen, Federgras und anderer „echter Steppenpflanzen“. Die Siebenbrunner Heide, wie das Gebiet von der Bevölkerung genannt wird, umfasst heute eine Fläche von 183 Hektar.

Obwohl der Schutz dieses Gebietes weit zurückreicht, haben sich die naturräumliche Wertigkeit und der Landschaftscharakter stark verändert. Dort, wo ehemals mächtige Dünen die Landschaft gliederten, stocken heute Gehölze. Die fehlende Pflege der Sandrasen, Aufforstungen und der ehemals geringe Stellenwert des Naturschutzes in der Gesellschaft mögen dafür ausschlaggebend gewesen sein. So wurden in den siebziger Jahren etwa 50 Hektar im Zuge einer Ersatzaufforstung vorwiegend mit nicht heimischen Gehölzen bepflanzt. Heute ist der Großteil des Schutzgebietes bewaldet, die naturschutzfachlich besonders wertvolle Freifläche umfasst nur mehr etwa 40 Hektar. An das Naturschutzgebiet grenzt an zwei Seiten auch ein Wildgatter, das die Wanderungen des Wildes unterbindet.

Im Rahmen des LIFE-Projektes „Pannonische Sanddünen“ werden derzeit Maßnahmen gesetzt, durch die der Federgrasrasen aufgewertet werden soll. So werden die auf der Freifläche aufkommenden Gehölze entfernt, die anschließende Beweidung durch eine kleine Schafherde und die Mahd sollen in weiterer Folge die Verbuschung unterbinden.

Bereits nach zwei Jahren haben sich erste Erfolge eingestellt: Dort, wo die Grasnarbe wieder lockerer ist, breiten sich das Steinröschen und andere Steppenarten aus. Innerhalb der bewaldeten Bereiche waren Pflegemaßnahmen auf Grund der Bestimmungen des Forstgesetzes bislang nicht möglich. Aus naturschutzfachlicher Sicht wird hier angestrebt, die kleinräumig verbleibenden Steppenreste zu vergrößern und offene Bodenstellen als Brutplatz für den Ziegenmelker, eine stark gefährdete Vogelart, zu schaffen.

Auch Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria Onodi dankte allen jenen, die sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten für den Schutz dieses einmaligen Lebensraumes eingesetzt haben. „Das Land Niederösterreich und die Naturschutzabteilung werden ihr Bestmögliches tun, damit die Weikendorfer Remise sorgfältig gepflegt wird und ihre ursprüngliche Artenvielfalt wiedererstehen kann.“

Wie das Gebiet vor etwa 75 Jahren ausgesehen hat, vermitteln zahlreiche historische Fotos von Hans Slanar. Diese Bilder sind derzeit in der Ausstellung „Donau – Dünen – Löss“ im Schloss Niederweiden zu sehen. Die Ausstellung ist bis zum 4. November von Donnerstag bis Sonntag sowie an Feiertagen geöffnet. Weitere Informationen: www.sandduene.at.


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