24.05.2002 | 00:00

Erfahrungsaustausch zwischen NÖ und indigenen Völkern

Sobotka: Sind nach wie vor im Klimabündnis sehr stark engagiert

„Das Klimabündnis verbindet die Traisen mit dem Rio Negro.“ Das war gestern das Motto einer Pressekonferenz von Umwelt-Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka und Pedro Garcia vom Volk der Tariano als Vertreter der indigenen Bevölkerung vom Rio Negro, einem Nebenfluss des Amazonas, im Landhaus in St.Pölten. Dieser Besuch diente dem Bericht über die Situation und die Entwicklungen in der brasilianischen Heimat Garcias, aber auch dem Erfahrungsaustausch der erfolgreichen Klimabündnis-Beziehungen zwischen dem Bundesland Niederösterreich und den indigenen Völkern am Rio Negro.

„Wir sind nach wie vor im Klimabündnis sehr stark engagiert“, sagte Sobotka, in Niederösterreich gebe es bereits über 190 Klimabündnis-Gemeinden. Damit sei man Spitzenreiter in Österreich. Die Bevölkerung greife mittlerweile auch gerne auf die Produkte der „Weltläden“ zu. Man habe „in weiten Bereichen eine große Sensibilisierung der Bevölkerung erreicht“, meinte Sobotka.

Das Ziel, dass die brasilianische Regierung sie als indigene Völker mit ihren Territorien anerkenne, habe man 1998 erreicht, freute sich Garcia. Die Grenzziehung wäre auf eine bisher nie gekannte Weise erfolgt, in einem riesigen Gebiet, ohne Infrastruktur, an der Grenze zu Kolumbien und Venezuela, wo 22 Völker in über 700 Siedlungen leben, und unter aktiver Beteiligung der Bevölkerung. Bis 2004 sollen von der Regierung zwei weitere Gebiete auf diese Art anerkannt werden. Er hoffe jedenfalls, dass die Verbindung von Ökonomie und Ökologie weiter aufrecht bleibe.

Seit 1993 besteht eine europaweit einzigartige Kooperation zwischen dem Klimabündnis Österreich mit 437 Gemeinden und dem Dachverband FOIRN, der Föderation der indigenen Organisationen vom Rio Negro. In diesem Regenwaldgebiet leben rund 35.000 Menschen auf über 106.000 Quadratkilometern, eine Fläche, so groß wie Österreich und Südtirol zusammen. Auch die Organisation „TransFair“, eine gemeinnützige Initiative, die eine bewusste Kaufentscheidung für qualitativ hochwertige und geschmackvolle Lebensmittel fordert und fördert, war bei diesem Treffen vertreten.


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