16.05.2002 | 00:00

Konflikte-Projekt an Volksschulen sehr erfolgreich

LHStv. Prokop: „Weiterführung und Ausbau sind vorgesehen“

Von Jänner bis April 2002 lief an 30 niederösterreichischen Volksschulen mit 650 Kindern zwischen 8 und 10 Jahren unter dem Titel „Konflikte sind zum Lösen da“ ein Projekt zur Gewaltprävention und meditativer Pädagogik, das von der NÖ Kinder- und Jugendanwaltschaft und dem NÖ Familienreferat gemeinsam mit dem Institut Ko.m.m. (St.Pölten) und A.M.P. (Mödling) durchgeführt wurde. Durch die inzwischen erfolgte Evaluierung durch das Boltzmann-Institut für Politik und zwischenmenschliche Beziehungen wurde der Erfolg bestätigt. Ohne speziellen Anlass begonnen, erhielt das Projekt durch die Vorfälle in Erfurt zusätzliche Aktualität. Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop präsentierte gestern gemeinsam mit der NÖ Kinder- und Jugendanwältin Mag. Gabriela Visy die Ergebnisse der viermonatigen Arbeit. „Wir leben verstärkt in einer Gesellschaft, die hilflos gegen Aggressionen ist. Ich war daher begeistert über die Möglichkeit, neue Konzepte der Konfliktintervention und Konfliktprävention zu entwickeln. Die Konfliktfähigkeit gehört zu den Schlüsselqualifikationen unserer Zeit, und mit dem Projekt ‚Konflikte sind zum Lösen da‘ haben wir einen neuen Weg beschritten, den alle unsere Kinder erleben und kennen lernen sollen“, stellte Prokop fest. Die Kinder- und Jugendanwältin berichtete von einer Begeisterung bei der Lehrerschaft, die das Projekt als reale Chance sieht, die soziale Kompetenz der Kinder zu erhöhen und ihr Konfliktverhalten positiv zu beeinflussen. Es zeigte sich, dass das Programm geschlechterspezifisch unterschiedlich wirkt. Mädchen gewinnen an Selbstsicherheit und sehen sich darin bestärkt, dass man Konflikte durch Verhandlungen lösen kann. Für viele Burschen ist das Programm absolutes Neuland und stellt ihre bisherige Strategie zur Konfliktbewältigung in Frage. Die Möglichkeit, dass bei einem Streit beide Seiten als Gewinner dastehen, stößt auf Interesse, auch verhaltensauffällige Kinder wurden motiviert und zeigten sich interessiert. Prokop verwies darauf, dass das Projekt mittlerweile auch in die Initiative „Gesundes Leben in NÖ“ aufgenommen wurde.

Ab dem kommenden Schuljahr werden weitere 60 Projektklassen mit einem Kostenaufwand von rund 33.000 Euro gefördert. Das NÖ Familienreferat startete außerdem im Rahmen der Elternschule ein Sonderprogramm zur meditativen Pädagogik für Eltern.


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