29.04.2002 | 00:00

Neues Frauenhaus für Amstetten

Prokop und Kranzl setzten Spatenstich

Schutz und Unterkunft für acht misshandelte Frauen und ihre Kinder wird das neue Frauenhaus in Amstetten bieten, für das Landeshauptmannstellvertreterin Liese Prokop und Landesrätin Christa Kranzl am Freitag den Spatenstich setzten. Der Verein Frauenhaus Amstetten kaufte im letzten Jahr ein Haus mit drei Wohnebenen, das im heurigen Jahr um rund 340.000 Euro zu- und umgebaut wird. Das Haus wird im Erdgeschoss behindertengerecht adaptiert. An das bestehende Haus angeschlossen wird ein Neubau mit etwa 100 Quadratmetern. Die Kosten für den Um- und Zubau übernehmen hauptsächlich die Stadtgemeinde Amstetten und das Land Niederösterreich. Das Frauenhaus in Amstetten besteht seit zehn Jahren. In dieser Zeit wurden rund 270 Frauen und 360 Kinder betreut. Sieben Teilzeitkräfte und fünf freie Mitarbeiterinnen kümmern sich um die Bedürfnisse der Frauen.

„Jede fünfte Frau in Österreich war oder ist von Gewalt betroffen“, gab Landeshauptmannstellvertreterin Prokop zu bedenken. Für die misshandelten Frauen müsste es die bestmögliche Hilfe geben. Frauenhäuser seien eine geeignete Einrichtung, um Frauen auf ihren „Weg zurück ins Leben“ zu unterstützen. Landesrätin Kranzl meinte, die Anzahl der misshandelten Frauen sei erschreckend. Frauenhäuser seien daher nicht mehr wegzudenkende Einrichtungen. Das Land Niederösterreich wende im Jahr 1.453.457 Euro) für die sechs Frauenhäuser auf.

Nach Polizeischätzungen werden in Österreich jährlich etwa 150.000 bis 300.000 Frauen misshandelt. Im Jahr 2000 haben rund 2.400 Frauen und Kinder in den 18 österreichischen Frauenhäusern und Frauenwohnungen Zuflucht gefunden.

Die Notrufnummer des Frauenhauses in Amstetten lautet 07472/66 500 (Tag und Nacht).


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