18.04.2002 | 00:00

„Das karolingerzeitliche Gräberfeld von Purgstall“

Sonderausstellung im Museum Ledererhaus in Purgstall

1997 sorgte ein Sensationsfund in Purgstall (Bezirk Scheibbs) für Aufsehen. Durch Zufall wurde ein Gräberfeld mit 225 Bestattungen aus der Karolingerzeit (7. bis 9. Jahrhundert n.Chr.) entdeckt. Es ist das bisher Einzige, das zur Gänze archäologisch untersucht werden konnte. Ab Samstag, 27. April, werden nun die Ergebnisse in Form der Sonderausstellung „Das karolingerzeitliche Gräberfeld von Purgstall“ im Museum im Ledererhaus präsentiert.

In der Ausstellung wird nicht nur die Geschichte der Slawen im Erlauftal – von Pöchlarn bis Puchenstuben – dargestellt, es sind auch Schmuck fränkischer, awarischer und slawischer Herkunft aus Gold, Silber und Bronze sowie Waffen und Keramik zu sehen. Dazu werden in Form einer lebensgroßen Darstellung eines Kriegers und einer Frau in der Tracht die Bewaffnung, der Schmuck und die Kleidung des 8. Jahrhunderts gezeigt. Ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung ist der originalgetreue Grabaufbau eines 25 Jahre alten slawischen Kriegers, der mit seiner Geliebten, einem 16-jährigen Mädchen, das ihm freiwillig in den Tod gefolgt sein dürfte, in innigster Weise beigesetzt wurde.

Für die Erforschung des frühen Mittelalters gilt dieses Gräberfeld als wichtige Informationsquelle. Das gilt sowohl für die Bevölkerungszusammensetzung als auch für den Aufbau der Gesellschaft, die religiösen Vorstellungen und vieles anderes mehr. Die Ausgrabungen wurden vom Bundesdenkmalamt geleitet.

Die Ausstellung ist bis 26. Oktober jeweils Samstag, Sonntag und Feiertag von 10 bis 17 Uhr sowie gegen Voranmeldung unter der Telefonnummer 07489/27 11 17 zu sehen.


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