16.04.2002 | 00:00

Onodi zum Hochwasserschutz:

In den nächsten Jahren mehr Arbeitseinsatz notwendig

Das Bauprogramm der Jahre 2002 und 2003, mit dem das Hochwasser in Niederösterreich bekämpft werden soll, beleuchteten gestern Landeshauptmannstellvertreterin Heidemaria Onodi und Dipl.Ing. Karl Dimmel vom Amt der NÖ Landesregierung, Gruppe Wasser, bei einer Pressekonferenz im NÖ Landhaus in St.Pölten. Durch das Hochwasser Mitte März 2002 sind vor allem im Mostviertel, im Industrieviertel und im Zentralraum Niederösterreichs erhebliche Schäden an Flüssen und an Hochwasserschutzanlagen verursacht worden, sagte Onodi. Nach den ersten Erhebungen werde das Ausmaß dieser Schäden in den Gerinnen selbst mit rund 1 Million Euro festgestellt. „Vor allem in den Jahren 2002 und 2003 wird in vielen Bereichen mehr Arbeitseinsatz notwendig sein, um den Zustand der Flüsse und der Hochwasserschutzanlagen wieder herstellen und noch verbessern zu können“, meinte Onodi.

Von dieser Summe entfallen auf die Bundesflüsse, also auf die Leitha, den Laxenburger Entwässerungsrayon, die Traisen und die Ybbs, rund 350.000 Euro, auf die Interessentengewässer, also auf alle anderen Flüsse und Bäche, etwa 650.000 Euro. Die Aufteilung ist unterschiedlich: Bei Bundesflüssen etwa hat der Bund 70 Prozent der Kosten bei Instandhaltungsmaßnahmen und 85 Prozent bei neuen Hochwasserschutzanlagen zu tragen. Bei Interessentengewässern werden für Regulierungsmaßnahmen in der Regel je 40 Prozent der aufzuwendenden Mittel vom Bund und vom Land Niederösterreich, der Rest von Interessenten aufgewendet, beim Hochwasserschutz und der Instandhaltung sind etwas andere Prozentzahlen üblich. Die Donau gilt als Wasserstraße; hier trägt der Bund 50 Prozent, das Land 30 Prozent und die Kommunen 20 Prozent bei jenen Maßnahmen, die Schäden in den jeweils betroffenen Gemeinden vermeiden helfen. Das Bauprogramm im Jahr 2002 schlägt bei den Bundesflüssen mit 5,7 Millionen Euro, bei den Interessentengewässern mit 14,1 Millionen Euro zu Buche; im Jahr 2003 ist ein ähnliches Bauvolumen anzunehmen. Generell ist zu sagen, dass die Abteilung Wasserbau des Amtes der NÖ Landesregierung bereits beim Erstellen des Ausbauprogramms für das Jahr 2002 die Mittel wegen Sparmaßnahmen kürzen musste.

Als Großvorhaben bei den Bundesflüssen nannte Dimmel etwa die Maßnahmen bei den Kaiserablässen in Achau. Maria Lanzendorf und Himberg, dann jene der Traisen und der Ybbs, wo etwa die Siedlung Au durch einen Damm gegen das 100-jährige Hochwasser des Flusses und dann in der Folge auch der Donau selbst geschützt werden soll. Auch die Leitha werden Hochwasserschutzmaßnahmen begleiten, durch Dämme, die bei Eggendorf und Zillingdorf saniert werden sollen. An Maßnahmen gegen das Hochwasser bei Interessentengewässern führte Dimmel etwa den Hochwasserschutz an der Donau im Nordbereich des Tullnerfeldes an, wo derzeit zügig weiter gebaut wird. Auch soll etwa der Schletzerbach nahe Mistelbach, der derzeit durch Betonplatten ausgelegt ist, vom Hochwasser befreit werden; Arbeiten, die demnächst begonnen werden sollen: Durch ein Retentionsbecken, durch einen Rechteckkanal und einer darüber angelegten Niederwasserrinne wird der Bach gezähmt werden.


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